Handball National: Handball-Liga kritisiert Pläne für Olympia-Quali

Handball National
Handball-Liga kritisiert Pläne für Olympia-Quali

Die deutsche Handball-Liga (HBL) hat den dichten Terminplan der Internationalen Handball-Föderation (IHF) stark kritisiert. Die IHF plant derzeit zusätzliche Qualifikations-Turniere für Olympische Spiele.

Der extrem dichte Terminkalender, der eine EM oder WM in jedem Jahr vorsieht, zudem alle vier Jahre mit den Olympischen Spielen sogar zwei Großereignisse in einem Jahr, lässt die Handballer gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Nun plant die Internationale Handball-Föderation (IHF) die Einführung von Qualifikations-Turnieren für Olympische Spiele. Die Kritik an diesem Spielmodus wird zunehmend stärker. Die deutsche Handball-Liga (HBL) erwägt sogar die Forderung nach Abstell-Gebühren für die Nationalspieler durch die IHF beziehungsweise die Europäische Handball-Föderation (EHF). "Finanziell ist die derzeitige Situation für die Vereine nicht länger tragbar", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

Auch Manager Uwe Schwenker vom deutschen Meister THW Kiel sieht angesichts von bis zu 80 Pflichtspielen jährlich die "Grenzen der Belastbarkeit bereits überschritten". Der Ex-Nationalspieler ("Die Vereine sind die Keimzelle der Profis") fordert aber insbesondere von den Profis ein stärkeres Veto gegen die geplante Reform.

Diskussion um Reduzierung der Liga

"Von ihnen muss mehr kommen, sie müssen sich Gehör verschaffen", bekräftigte Schwenker, der angesichts der ebenfalls geplanten Reduzierung der Bundesliga von 18 auf 16 Vereine und den dadurch minimierten Einnahmen auf Ausfallszahlungen pocht. Zumal die Verbände mit ihren Welt- und Europameisterschaften die publikumsträchtigste Handball-Zeit im Januar/Februar blockieren.

Fynn Holpert, Manager des TBV Lemgo, sprach sich indes gegen eine Verkleinerung der "stärksten Liga der Welt" aus: "Bevor die Bundesliga reduziert wird, sollte eine eine eingleisige zweite Liga eingeführt. Damit wir eine gewisse Qualität erhalten."

HBL-Chef Bernd-Uwe Hildebrandt hat sich am Rande der EM in der Schweiz bereits mit den Managern anderer europäischen Topligen getroffen und in punkto Abstell-Gebühren eine große Solidarität festgestellt. "Die Ligen aus Spanien, Deutschland, Dänemark und Frankreich sprechen in diesem Punkt eine gemeinsame Sprache", betonte der Magdeburger Manager und kündigte an, "in letzter Instanz" sogar den Weg an den Europäischen Gerichtshof nicht zu scheuen.

Brand will Weltserie

Bundestrainer Heiner Brand schwebt indes die Einführung einer Weltserie analog des Weltcups im Wintersport vor - auch um die TV-Präsenz zu erhöhen. "Wenn man WM und EM nur alle vier statt zwei Jahre hätte, könnte man so eine Serie über das ganze Jahr laufen lassen", betonte der Gummersbacher gegenüber der Sport-Bild. Seit 1993 finden Welttitelkämpfe nicht mehr im Vier-Jahres-Rhythmus, sondern abwechselnd alle zwei Jahre mit Europameisterschaften statt.

© SID

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