Handball National
HBL und BBL wollen Akteneinsicht im Wettskandal

Die Bundesligen im Handball (HBL) und Basketball (BBL) hoffen im Wettskandal auf Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Bochum.

Die deutschen Sport-Dachverbände tappen im Wettskandal weiter im Dunkeln. Nach den jüngsten Veröffentlichungen leiden nun auch die Bundesligen im Handball (HBL) und Basketball (BBL) unter der weiterhin fehlenden Akteinsicht durch die Bochumer Staatsanwaltschaft. Erst kurz vor Weihnachten will die ermittelnde Behörde den Verbänden erstmals Einsicht in die brisanten Unterlagen gewähren.

So lange will zumindest Dagmar Freitag nicht warten. Die neue Vorsitzende des Sportausschusses hofft darauf, dass in den kommenden Tagen weitere betroffene Spieler oder Referees bei der Polizei eine Aussage zu dem Betrugsskandal tätigen. "Ich würde mir wünschen, dass weitere am Skandal beteiligte Personen aussagen, um den Sumpf trockenzulegen. Der Wettskandal ist eine Katastrophe und ein Angriff auf die Werte des Sports", sagte SPD-Politikerin Freitag am Montag dem Sport-Informations-Dienst (SID).

"Ein Problem der organisierten Kriminalität"

Die Anzeichen verdichten sich derzeit, dass der Skandal nicht alleine ein Problem des Fußballs ist. Auch im Tennis, Basketball und Handball sollen Spiele im Sinne der weltweit aktiven Wettmafia verschoben worden sein. "Es handelt sich nicht um ein Problem des Fußballs, sondern um ein Problem der organisierten Kriminalität. Wir haben bereits am vergangenen Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht beantragt, denn der gesunde Menschenverstand hat uns gesagt, dass neben dem Fußball auch andere Sportarten betroffen sein könnten", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer, nachdem auch die Basketball-Play-offs der vergangenen Saison im Juni 2009 unter Manipulationsverdacht geraten waren.

In Betracht kommen folglich in dem genannten Zeitraum die Halbfinalserien Alba Berlin gegen Telekom Baskets Bonn und EWE Baskets Oldenburg gegen Brose Baskets Bamberg sowie die Finalserie zwischen Bonn und Oldenburg. "Wir wissen derzeit nicht, ob Schiedsrichter oder Spieler betroffen sind oder wo überhaupt das Fehlverhalten liegt", sagte Pommer.

Derweil wird sich wohl auch die Handball-Bundesliga (HBL) um Akteneinsicht bei der Staatsanwalt Bochum bemühen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir Akteneinsicht beantragen werden. Es ist ja nicht naturgegeben, dass die Sache nur den Fußball betrifft", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID. Er wolle auch die Möglichkeit nicht ausschließen, dass es eine Verbindung zum mutmaßlichen Manipulationsskandal im Handball gibt: "Es kann sein, dass da ein Zusammenhang besteht. Ob es einen Link gibt, nach Kroatien beispielsweise, wissen wir nicht."

Im März 2009 war erstmals über mögliche Spielmanipulationen des deutschen Rekordmeisters THW Kiel in der Champions League berichtet worden. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt in diesem Zusammenhang gegen Kiels Ex-Manager Uwe Schwenker. Es soll Verbindungen ins osteuropäische Ausland geben, weitere Manipulationsfälle bzw-versuche wurden in den vergangenen Monaten bekannt.

© SID

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