Handball National
Storm fordert EM und WM im Vier-Jahres-Rhythmus

Geschäftsführer Thorsten Storm von der SG Flensburg-Handewitt beklagt in einem offenen Brief an die EHF die Überlastung seiner Nationalspieler. Der Däne Joachim Boldsen pfeift nach eigenen Angaben "auf dem letzten Loch."

Aufgrund der immer größer werdenden Belastung seiner Nationalspieler fordert Geschäftsführer Thorsten Storm von DHB-Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt eine Abkehr vom herkömmlichen Zwei-Jahres-Rhythmus für Europameisterschaften. "Die Dichte im Terminplan des internationalen Wettkampf-Kalenders ist endgültig nicht mehr tragbar. Für die Spieler sind die Grenzen der Belastbarkeit überschritten", begründete Storm seine Forderung in einem offenen Brief vom 14. Februar an Generalsekretär Michael Wiederer (Österreich) von der Europäischen Handball-Federation (EHF).

Die EHF soll nach Meinung von Storm in Zusammenarbeit mit dem Weltverband IHF als Organisator von Weltmeisterschaften "über Abhilfe nachdenken. Es wäre sinnvoll, zu einem Vier-Jahres-Rhythmus bei großen Turnieren zurückzukehren", sagte der Flensburger Funktionär, der auch die wirtschaftliche Komponente für diskussionswürdig hält. Storm: "Von den Erträgen einer EM sehen diejenigen, die die Verantwortung tragen und erst die Voraussetzungen für hochprofessionellen Sport schaffen, freilich nichts."

"Pfeifen auf dem letzten Loch"

Aktueller Anlass für die Reaktion Storms waren am vergangenen Wochenende die Vorkommnisse in der Partie der Flensburger gegen TuS N-Lübbecke (35:31). Trotz des Sieges wurden die Norddeutschen nach einer schwachen Leistung von den eigenen Fans ausgepfiffen. "Wir pfeifen auf dem letzten Loch. Man sollte sich nicht bei uns, sondern bei der EHF beschweren", klagte Joachim Boldsen, einer von insgesamt vier Dänen in Reihen der Flensburger, die bei der EM in der Schweiz vor knapp zwei Wochen Bronze für ihr Land gewonnen hatten.

EHF und IHF beharren allerdings darauf, ihre großen Turniere im Zwei-Jahres-Rhythmus auszutragen. Während der Europameisterschaft wurde sogar noch die Einführung eines Olympia-Qualifikationsturniers beschlossen. Die Handball-Liga (HBL) hatte daraufhin sogar die Forderung nach Abstell-Gebühren für die Nationalspieler durch die internationalen Verbände erwägt.

HBL-Chef Bernd-Uwe Hildebrandt kündigte sogar an, "in letzter Instanz" den Weg an den Europäischen Gerichtshof nicht zu scheuen. Hildebrandt will prüfen lassen, ob es erlaubt ist, dass die Spieler als Arbeitnehmer mehr als 80 Tage abgestellt werden müssen.

© SID

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