Handball Nationalmannschaft
Brand testet "zweiten Anzug" gegen die Schweiz

Im Testspiel gegen die Schweiz heute in Konstanz macht Handball-Bundestrainer Heiner Brand aus der Not eine Tugend. Da viele Weltmeister nicht zur Verfügung stehen, gibt Brand der "zweiten Reihe" ihre Bewährungschance.

Die Personalsituation vor dem Länderspiel heute gegen die Schweiz in Konstanz (19.30 Uhr) ist alles andere als optimal. Acht seiner Weltmeister spielen um Europas Krone, für Handball-Bundestrainer Heiner Brand Gelegenheit, die zweite Reihe zu testen. Der Gold-Coach nominierte gleich drei Neulinge sowie drei Spieler mit weniger als 15 Einsätzen im Trikot des Deutschen Handballbundes (DHB).

"Der Termin steht schon seit langer Zeit fest. Dass mit Kiel, Flensburg, Hamburg und Magdeburg noch vier deutsche Mannschaften in den Europapokalfinals stehen, war nicht vorauszusehen", sagte Brand. Nachdem Anfang April gegen Portugal der Balinger Martin Strobel ein starkes Debüt gegeben hatte, dürfen sich diesmal dessen junge Vereinskollegen Stefan Kneer (21) und Jürgen Müller (20) als zweiter Torwart hinter Carsten Lichtlein sowie Andreas Kunz (24) vom TV Großwallstadt Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

Brand testet die zweite Reihe

Der 21-jährige Sven-Sören Christophersen aus Hildesheim hat ebenfalls erst ein Länderspiel zu Buche stehen, dürfte aber wie die anderen erst für die Zeit nach Olympia 2008 in Peking Chancen auf einen festen Platz im Brand-Kader haben.

Denn auch beim Kurz-Trainingslager am Bodensee regieren nach wie vor die Weltmeister von Köln, von denen zehn beim insgesamt 61. Nachbarduell (50 Siege, sechs Niederlagen) gegen die derzeit nur zweitklassige Schweiz dabei sind. "Aber für mich ist das eine willkommene Gelegenheit, neue Spieler in den Kreis der Nationalspieler heranzuführen, zu sehen, was hinter den Etablierten kommt und mir größere Auswahlmöglichkeiten zu verschaffen", sagt Brand. Was die zweite Reihe aber wert sein kann, weiß Brand nur zu genau, schließlich wird sein Team fast schon traditionell vor großen Turnieren von Verletzungen heimgesucht.

Baur und Kehrmann führen DHB-Team an

Derartige schlechte Nachrichten bleiben dem Bundestrainer, der in der vergangenen Woche den Ehrenring seiner Geburts- und Heimatstadt Gummersbach erhielt, derzeit immerhin erspart. Dafür spielen gleich acht Weltmeister vom THW Kiel, HSV Hamburg und SC Magdeburg in den Europapokalfinals und könnten dem deutschen Handball mit einem dreifachen Triumph eine weitere Sternstunde bescheren.

Gute Nachrichten gab es zudem von Kiels Champions-League-Finalgegner SG Flensburg-Handewitt. Dort feierte Nationalspieler Frank von Behren, der die Heim-WM wegen eines Kreuzbandrisses verpasst hatte, sein Comeback.

Kraus fällt mit Rückenverletzung aus

Angeführt wird das deutsche Team gegen die Schweiz von einem Quartett des TBV Lemgo um Rechtsaußen Florian Kehrmann und Spielmacher Markus Baur. Der bestreitet gegen die Eidgenossen sein 211. Spiel für Deutschland und wird dabei auch auf zwei künftige Kollegen von Pfadi Winterthur treffen. Dort wird der in Meersburg am Bodensee nahe der Schweizer Grenze geborene Baur ab kommender Saison als Spielertrainer agieren.

Fehlen wird auch Spielmacher Michael Kraus. Der Weltmeister von Frisch Auf Göppingen laboriert weiter an einer Rückenverletzung, wegen der er bereits das erste von zwei Länderspielen Anfang April gegen Portugal verpasst hatte. "Michael war einen Tag zum Lehrgang hier, ist aber wieder abgereist. Er soll das erstmal richtig auskurieren", sagte Brand.

© SID

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