Handball Nationalmannschaft
Brand: "Wir sind nur mit höchstem Einsatz gut"

Nach dem glanzlosen 31:28 gegen Rumänien hat Handball-Bundestrainer Heiner Brand klare Worte gefunden. "Wir müssen wissen, dass wir nur mit höchstem Einsatz wirklich gut sind", erklärte der Weltmeister-Coach.

Es schien fast so, als sei Heiner Brand nach dem Warnschuss erleichtert. Knapp acht Monate nach dem triumphalen Gewinn des WM-Titels im eigenen Land erklärte der Handball-Bundestrainer die Zeit der Selbstzufriedenheit mit Blick auf die EM in Norwegen (17. bis 27. Januar 2008) und die Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August 2008) für beendet.

"Ich bin froh, dass wir nach diesem Spiel wieder auf dem Teppich zurück sind. Wir müssen wissen, dass wir nur mit höchstem Einsatz wirklich gut sind", sagte Brand nach dem glanzlosen 31:28 (17:16) gegen Rumänien in Wetzlar und merkte kritisch an: "Das entsprach nicht dem Niveau eines Weltmeisters."

Zwar fehlten der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) beim Start in die Mammutsaison 2007/2 008 gleich acht Weltmeister, die verbliebenen Gold-Jungs aber nahmen sich die deutliche Ansage von Brand zu Herzen. "Der WM-Titel ist nichts mehr wert. Jetzt gilt es, sich alles wieder hart zu erarbeiten", sagte Abwehrchef Oliver Roggisch.

Fritz fordert Einsatz "am Limit"

Auch für Torhüter und WM-Held Henning Fritz (beide Rhein-Neckar Löwen) war die Vorstellung in Mittelhessen nur Beweis dafür, dass jeder "am Limit spielen muss", damit man wirklich erfolgreich sein kann. Fritz: "Denn wir sind keine Mannschaft, die individuell so außergewöhnlich stark ist."

Zweifel am Potenzial des Kaders und der raschen Umsetzung des alten Erfolgsrezepts hatte aber trotz aller kritischen Töne niemand. "Beim Supercup Ende Oktober wird uns sowas nicht nochmal passieren. Da werden wir uns anders präsentieren", meinte Roggisch. Doch der 2,02-m-Hüne konnte als Organisator der Deckung und im Mittelblock mit seinem Vereinskollegen Andrej Klimowets nicht an die WM-Form anknüpfen. "Die Abwehr in der ersten Hälfte war katastrophal", befand Brand. Der Coach vermisste bei seiner ersatzgeschwächten Mannschaft das gegenseitige Aushelfen in der Defensive und den unbedingten Einsatzwillen.

Es schien, als wolle der Gummersbacher mit Blick auf die EM in knapp vier Monaten und Olympia 2008 bewusst den Druck von seinen Spielern nehmen. "Vielleicht haben einige bei der WM und mit der Unterstützung der Zuschauer über ihren Verhältnissen gespielt", meinte Brand. Er erwarte aber keine Probleme, alles in den Griff zu bekommen. Wichtig sei nur, dass man aus solchen Auftritten wie in Wetzlar lerne.

Leistungsträger kehren zurück

Beim Härtetest Supercup in knapp vier Wochen wird in jeder Hinsicht eine andere deutsche Mannschaft auf dem Parkett stehen. Unter anderen werden Leistungsträger wie Pascal Hens, Torsten Jansen (beide HSV Hamburg) und Christian Zeitz (THW Kiel), die gegen Rumänien wegen des Engagements ihrer Klubs in der Champions League fehlten, sowie Schweiz-Legionär Markus Baur (Wadenzerrung) wieder mit dabei sein.

Das Team von Wetzlar zeigte Licht und Schatten. Während Rückraumspieler Oleg Velyky (2 Tore/Rhein-Neckar Löwen) bei seinem Comeback nach mehr als zehnmonatiger Nationalmannschafts-Abstinenz nicht überzeugte, erntete Linksaußen Michael Allendorf (2/HSG Wetzlar) nach seinem DHB-Debüt Lob. "Er hat die Erwartungen erfüllt", sagte Brand.

© SID

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