Handball Nationalmannschaft
Deutsche Handballer sichern sich den Supercup

Durch einen abschließenden 30:26-Erfolg gegen Dänemark haben sich die deutschen Handballer den Supercup gesichert. Bester Werfer war Sven-Sören Christophersen mit fünf Toren

Wild entschlossen und mit den starken Torhütern Johannes Bitter und Silvio Heinevetter im Rücken haben die deutschen Handballer zum fünften Mal den traditionsreichen Supercup gewonnen. Im letzten und entscheidenden Turnierspiel bezwang der Gastgeber Europameister Dänemark 30:26 (16:12) und holte sich eine Menge Selbstvertrauen für die EM im Januar in Österreich.

Nach den zuvor extrem wechselhaften Auftritten beim 30:25 gegen Norwegen und 30:30 am Samstag gegen Rekord-Europameister Schweden legte sich die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand gegen die zuvor zweimal siegreichen Dänen von Beginn an mächtig ins Zeug und zeigte die beste Turnierleistung.

"Der Wille war da, und wir haben uns sehr gut bewegt, auch in Unterzahl", sagte Brand nach der rundum gelungenen Vorstellung, blieb aber mit Blick auf die EM zurückhaltend: "Wir werden den Sieg jetzt auf keinen Fall überbewerten."

Heinevetter und Bitter überzeugen

Vor mehr als 10 000 Zuschauern in Hannover setzten in der ersten Halbzeit der Berliner Heinevetter und im zweiten Durchgang der Hamburger Bitter diesmal die Glanzstücke hinter einer starken Abwehr um Oliver Roggisch. Bester deutscher Werfer war Sven-Sören Christophersen mit fünf Toren.

Auch eine Schwächephase mit einigen Unkonzentriertheiten im Abschluss zu Beginn der zweiten Halbzeit überstand die deutsche Mannschaft diesmal unbeschadet. Zuletzt hatte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) 2001 bei dem seit 1979 ausgetragenen Supercup gesiegt. Den Dänen (4:2 Punkte) blieb diesmal der zweite Platz vor Schweden (3:3), das zuvor beim 30:25 über Norwegen (0:6) seinen ersten Turniersieg gefeiert hatte.

Bis EM-Beginn am 19. Januar wartet in sechs Länderspielen trotzdem noch jede Menge Arbeit auf die deutsche Mannschaft. "Eigentlich haben wir überall noch Baustellen", sagt Heiner Brand. Vor allem die teilweise gehörigen Schwankungen seines Teams auch innerhalb der einzelnen Spiele geben dem Erfolgscoach noch zu denken. Auch deshalb heizt Brand den Konkurrenzkampf weiter an, beim Supercup wechselte er munter durch. "Daraus kommt einiges Positives. Sport ist ja immer Druck. Und die Jungs sehen sich schon als Mannschaft seit der WM in Kroatien. Da ist keiner neidisch, wenn ein anderer spielt", meint der Bundestrainer. Dennoch hat er natürlich das Gerüst für die EM längst im Kopf.

Mängel im individuellen Verhalten

Gesetzt ist Mittelmann und Kapitän Michael Kraus, der als Spielgestalter allerdings nicht immer überzeugte. Doch auch der Lemgoer bleibt gelassen: "Schwankungen sind im Moment noch ganz normal. Wir müssen uns auf jeden Fall steigern, aber da mache ich mir keine Sorgen. Es harmoniert gut, allerdings müssen wir uns weiter einspielen und mehr Konstanz finden."

Ihren tiefsten Punkt in der Leistungskurve hatte die deutsche Mannschaft am Samstag vor 10 400 Zuschauern in Halle/Westfalen in der ersten Halbzeit gegen Schweden erreicht. Fast zwölf Minuten dauerte es, ehe Holger Glandorf ("Wir sind keine Maschinen") zum 1:4 das erste deutsche Tor gelang. Nach einer famosen Aufholjagd und verspieltem Vier-Tore-Vorsprung im zweiten Durchgang war es dann Silvio Heinevetter, der mit einem gehaltenen Siebenmeter vier Sekunden vor dem Ende das Unentschieden rettete.

"Die Ballsicherheit, die von einer Spitzenmannschaft erwartet wird, ist bei uns noch nicht vorhanden", erklärte Brand die verspielte Führung und machte "Mängel im individuellen Verhalten, zum Beispiel bei der Passgenauigkeit aus".

© SID

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