Handball Nationalmannschaft
DHB-Auswahl dreht gegen Polen den Spieß um

Die deutschen Handballer haben das zweite Länderspiel gegen Polen im Rahmen ihrer WM-Vorbereitung gewonnen. Einen Tag nach der 29:34-Pleite siegte die DHB-Auswahl in Kielce knapp mit 28:27.

Vier Monate vor der WM im eigenen Land sind Deutschlands Handballer noch lange nicht in Top-Form. Im zweiten Länderspiel in Kielce gegen Gastgeber Polen binnen knapp 24 Stunden rehabilitierte sich die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand durch einen 28:27 (12:13)-Erfolg immerhin für die ernüchternde 29:34 (14:17)-Pleite tags zuvor an gleicher Stelle und trat damit die Heimreise zumindest mit einem Positiverlebnis an. "Die Reise hat ihren Sinn für uns erfüllt. Das zweite Spiel bedeutete eine klare Leistungssteigerung, mit der ich zufrieden war", resümierte der Coach versöhnt.

Zuvor allerdings hatte der Weltmeister von 1978 sein Team für die schwache Vorstellung am Samstag gegen ihren WM-Vorrundengegner deutlich kritisiert: "Das war eine verdiente Niederlage. In den Zweikämpfen waren wir ganz klar unterlegen. Diese Partie sollte einige Spieler zum Nachdenken bringen. Vielleicht hilft es ihnen ja, sich und ihre Leistung richtig einzuordnen."

Kehrmann bester Deutscher

Trotzdem wollte Brand noch nicht vorschnell den Stab über seine Spieler brechen. "Wir wollen und werden jedes Spiel auf dem Weg zur WM nutzen, um weiter zu kommen", erklärte der Coach. Das sah auch Horst Bredemeier so: "Es geht auch darum, ein paar Dinge auszuprobieren. Ein solches Spiel bringt die Mannschaft voran", erklärte der Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB)."

Erste Fortschritte waren denn auch schon am Sonntag zu erkennen. Angeführt vom Lemgoer Florian Kehrmann, der nicht nur wegen seiner sieben Tore bester Spieler im DHB-Team war, steckten Brands Schützlinge nach der Pause auch zwischenzeitliche Rückstände von 12:16 (34.) und 22:24 (51.) weg. Mit Zwischenspurts von einmal fünf Toren in Serie sowie einmal vier Treffern hintereinander kämpfte sich die deutsche Mannschaft in die Erfolgsspur zurück und hielt ihren Vorsprung beim 26:24 (55.) trotz zeitweiliger Unterzahl bis zur Schlusssirene.

Im ersten Duell mit den vom deutschen Ex-Nationalspieler Bogdan Wenta trainierten Polen noch hatte sich lediglich Markus Baur in guter Form präsentiert. Kehrmanns Klubkollege war mit sieben Treffern bester deutscher Werfer. Ansonsten war die DHB-Auswahl gegen die Polen, die bei der WM am 22. Januar in Halle/Westfalen Gegner der WM-Gastgeber in der Vorrundengruppe C sind, zu unkonzentriert im Abschluss. "Wir haben zu viele gute Tormöglichkeiten ausgelassen", zeigte sich Linksaußen Torsten Jansen zumindest selbstkritisch. Zudem parierte Polens Torhüter Adam Weiner vom Wilhelmshavener HV, einer von acht Bundesliga-"Legionären", zahlreiche Würfe.

World Cup in Bremen nächste Station

Obwohl Brand bis auf die Verletzten Christian Zeitz und Jens Tiedtke seine Wunschformation zur Verfügung hatte, konnte sein Team die Ansprüche nur in der Anfangsphase halbwegs erfüllen. Vor allem vom Hamburger Rückraumspieler Pascal Hens ging kaum Torgefahr aus. Auch der ehemalige Welthandballer Henning Fritz vom deutschen Meister THW Kiel konnte die Niederlage bei seinem Comeback in der Nationalmannschaft nicht verhindern.

Die nächsten Testspiele stehen beim World Cup an, der am 24. Oktober in Bremen beginnt. An der Weser trifft das DHB-Team auf Serbien, Kroatien und Dänemark.

© SID

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