Handball Nationalmannschaft
DHB-Frauen gehen gegen Frankreich unter

Frankreich hat die deutschen Handballerinnen bei der WM in China in die Schranken gewiesen. Das bereits für die Hauptrunde qualifizierte DHB-Team unterlag deutlich 15:29 (10:10).

Kopflos, planlos, hilflos: Keine 24 Stunden nach dem Glanzstück gegen Schweden sind die deutschen Handballerinnen bei der WM in China völlig eingebrochen. Die junge Mannschaft von Bundestrainer Rainer Osmann musste sich nach einem frustrierenden Auftritt im fünften und letzten Gruppenspiel Frankreich 15:29 (10: 10) geschlagen geben und verspielte damit ihre gute Ausgangsposition. Nach der Auftaktniederlage gegen Dänemark geht der WM-Dritte von 2007 nun mit 0:4 Punkten in die Hauptrunde und muss die vagen Hoffnungen auf einen Platz im Halbfinale praktisch begraben.

"Unglaublich. Unfassbar. Das Resultat muss ich erstmal verdauen", sagte Osmann nach dem Schockerlebnis von Wuxi. Ein paar einzelne Tränen vergossen seinen Spielerinnen, doch vor allem herrschte schlichte Ungläubigkeit. "So darf man sich einfach nicht verkaufen", sagte Kreisläuferin Anja Althaus, und auch Kapitänin Nina Wörz musste gestehen, "so etwas" noch nie erlebt zu haben.

"Die erste Halbzeit war schon wahnsinnig schlecht"

Einen Tag nach dem bärenstarken 33:27 gegen Schweden, mit dem der Hauptrundeneinzug perfekt gemacht worden war, lief diesmal überhaupt nichts zusammen im deutschen Spiel. "Die erste Halbzeit war schon wahnsinnig schlecht. Ich habe in der Pause gesagt, dass es gar nicht schlechter werden kann", sagte Rainer Osmann und fügte konsterniert hinzu: "Aber was wir dann in der zweiten Halbzeit angeboten haben, war so grottenschlecht."

Franziska Mietzner war mit fünf Toren noch beste deutsche Werferin, zu Normalform fand außer vielleicht Torfrau Clara Woltering aber keine Spielerin in den dunklen Trikots auch nur annähernd. Gegen die im ersten Durchgang offensive 4:2-Deckung der Französinnen fand die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) zu selten ein Durchkommen.

Auch Osmanns Wechsel im Rückraum von den großen und wurfgewaltigen Susann Müller und Mietzner auf Isabell Klein und Ania Rösler sowie in der Mitte mit der quirligen Anna Loerper für Nina Wörz brachten nicht mehr Struktur ins deutsche Spiel. Nach viel zu vielen leichten Ballverlusten und schlechten Abschlüssen liefen die Deutschen immer wieder in die französischen Konter.

Althaus bekommt Schlag ins Gesicht

Zu allem Überfluss musste Kreisläuferin Anja Althaus in der 24. Minute nach einem Schlag ins Gesicht auch noch vorübergehend vom Feld und fehlte vorne sowie hinten im Mittelblock. Zudem verunsicherten frühe Zeitstrafen der ungarischen Schiedsrichter die Deutschen zusätzlich. Gegen die später defensivere Deckung Frankreichs leistete sich das Osmann-Team zu viele Fehlwürfe und konnte am Ende nur noch hilflos den Französinnen hinterherschauen.

Am zweiten spielfreien Tag der WM am Freitag macht sich die deutsche Mannschaft um neun Uhr mit dem Bus auf in den 250km entfernten Hauptrunden-Spielort Yangzhou. Dort warten dann in der Gruppe zwei am Samstag Titelverteidiger Russland (12.00), einen Tag später Österreich (14.00) und am kommenden Dienstag Angola (10.00). Die Punkte aus der Vorrunde werden übernommen.

© SID

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