Handball Nationalmannschaft
Kehrmann-Verletzung überschattet WM-Vorbereitung

Der Mittelhandbruch von Rechtsaußen Florian Kehrmann wirft seinen Schatten auf die WM-Vorbereitung der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Der Lemgoer will trotzdem bei der Endrunde dabei sein.

Die beiden WM-Vorbereitungsspiele gegen Schweden sind angesichts des Mittelhandbruchs von Florian Kehrmann in den Hintergrund geraten. 30:24 gewann die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Samstag in Dessau, am Sonntag gab es eine Niederlage mit dem gleichen Ergebnis. Das alles beherrschende Thema war aber die Verletzung von Deutschlands "Handballer des Jahres".

Pechvogel Kehrmann war zumindest nach außen ganz gefasst, doch Handball-Bundestrainer Heiner Brand und den Teamkollegen stand der Schrecken zwei Monate vor Beginn der Heim-WM ins Gesicht geschrieben, als der Lemgoer mit einem Gipsverband an der linken Wurfhand aus dem Dessauer Krankenhaus zurückgekehrt war.

Eine positive Nachricht gab dann Heiner Brand nach der Sonntag-Niederlage doch noch bekannt: Die eigentlich schon zurückgetretenen Stars Stefan Kretzschmar (Linksaußen) und Christian Schwarzer (Kreis) werden definitiv beim Weltverband IHF für das vorläufige 28-köpfige WM-Aufgebot benannt. Sein gesamtes Aufgebot wollte Brand aber noch nicht öffentlich machen.

"Das wäre ein ganz herber Schlag für uns"

Kehrmann, der voraussichtlich am Montag von einem Spezialisten in Bad Neustadt operiert wird, droht für den Saisonhöhepunkt (19 Januar bis 4. Februar) im eigenen Land als zweiter Stammspieler nach Frank von Behren (Flensburg/Kreuzbandriss) auszufallen. "Das wäre ein ganz herber Schlag für uns. Wir müssen jetzt abwarten, wie schlimm die Verletzung wirklich ist und ob er uns bei der Weltmeisterschaft wieder zur Verfügung stehen kann", sagte Brand wohl mehr aus Zweckoptimismus.

Kehrmann selbst ("Ich denke nicht negativ"), hat die WM noch nicht abgehakt. "Wenn alles gut geht, dann könnte ich in sechs Wochen wieder trainieren. Vielleicht wird es auch in acht Wochen erst etwas. Aber das würde immer noch für die Weltmeisterschaft reichen. Ich habe mir jetzt ein neues Ziel gesetzt: Das ist die WM-Teilnahme", schrieb der Rechtsaußen vom TBV Lemgo in seiner Kolumne beim Internetanbieter Sport1.

Kehrmann-Absage wäre "riesiger Verlust"

In jener Szene in der elften Minute, als als er am Samstag bei einem Wurfversuch mit dem Kieler Neuzugang Tobias Karlsson zusammengestoßen war, habe er gleich gemerkt, "dass etwas kaputt ist", erzählte Kehrmann in Dessau. Neben ihm stand der Hamburger Torsten Jansen, starrte auf die verletzte Hand des Kollegen und schüttelte immer wieder den Kopf. "Eine WM-Absage von Flo wäre ein riesiger Verlust für uns, nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Denn er ist unser Wortführer", meinte der Kieler Christian Zeitz, mit vier Treffern gemeinsam mit Christian Schöne (Göppingen) bester Werfer in Dessau und auch am Sonntag mit fünf Toren erfolgreichster Deutscher.

Für Bundestrainer Heiner Brand setzte sich die Serie der schlechten Nachrichten vor großen Turnieren nahtlos fort. Allein die Krankengeschichte des früheren Welthandballers Daniel Stephan, der auch wegen Verletzungen nie bei einer WM spielte, steht für das deutsche Pech.

Zuletzt fehlten bei der EM zu Beginn des Jahres die Rückraumspieler Oleg Velyky (Kronau-Östringen) und Markus Baur (Lemgo) wegen Verletzungen. Nur Kehrmann war eigentlich immer dabei und holte mit der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) EM- und WM-Silber sowie EM-Gold und wieder Silber bei Olympia 2004 in Athen.

Eine gute Nachricht gab es für Heiner Brand am Wochenende zumindest von Velyky. Der 29-Jährige fügte sich beim Comeback nach seiner Lymphdrüsen-OP mit insgesamt vier Treffern wieder stark ein.

© SID

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