Handball Nationalmannschaft
"Warnschuss" für DHB-Team vor Heim-WM

Bundestrainer Heiner Brand hat mit dem verpassten Halbfinale beim World Cup in Schweden einen Rückschlag hinnehmen müssen, verfällt aber trotzdem nicht in Panik. Brand wertet die Niederlage lediglich als "Warnschuss".

Trotz misslungenem ersten Härtetest beim World Cup in Schweden mit einem verpassten Halbfinale, lässt sich Handball-Bundestrainer Heiner Brand zunächst nicht aus der Ruhe bringen. Brand zog sein Fazit nach dem 25:29 (11:15) gegen die Skandinavier im abschließenden Vorrundenspiel in Bremen und sagte: "Insgesamt kann ich bislang nicht enttäuscht sein. Trotzdem war die Leistung im Duell mit Dänemark ein Rückschlag für uns."

Die "kurzfristig schockierende" Vorstellung seiner ersatzgeschwächten Mannschaft beschäftigte den 54-Jährigen auch noch am Freitag auf dem Flug nach Helsingborg, wo am Samstag in der Frühschicht um die Plätze fünf bis acht zunächst Außenseiter Griechenland (11.00 Uhr) wartet.

Mit ein wenig Abstand betrachtete Brand die zweite Niederlage im dritten Gruppenspiel als Warnschuss zur rechten Zeit. "Ich hoffe, jeder hat gesehen, dass wir nur mit vollem Engagement mit der Weltspitze mithalten können", mahnte der Coach, während seine gewohnt selbstkritischen Spieler Besserung gelobten. "Gerade solche Spiele helfen uns in unserer Entwicklung. Wir lassen den Kopf nicht hängen, denn hier wächst langsam etwas zusammen", sagte Linkshänder Florian Kehrmann (Lemgo).

Platz fünf als neues Ziel

Er hat Platz fünf bei der "Mini-WM" als neues Ziel ausgegeben. Mit zwei Siegen zum Abschluss soll das angekratzte Selbstvertrauen wieder aufpoliert werden. "Dann scheint auch die Sonne wieder", glaubt Kehrmann.

Die fast schon obligatorisch angespannte Personalsituation soll Christian Zeitz etwas entschärfen. Der Rückraumspieler vom deutschen Meister THW Kiel stieß am Freitag zur Mannschaft, nachdem er in der Vorrunde wegen Hüftproblemen passen musste. Ob Linkshänder Zeitz in Schweden tatsächlich eingesetzt wird, will Brand kurzfristig entscheiden.

Nach einem Erfolg gegen die Griechen würde die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Sonntag in Malmö (13.00) gegen den Sieger der Begegnung zwischen Weltmeister Spanien und Serbien spielen. Brand hofft auf ein Duell mit den Iberern. "Das wäre ein weiterer Härtetest, darüber würde ich mich freuen", meinte der Gummersbacher, der in jedem Testlauf einen weiteren Lerneffekt für seine zusammengewürfelte Truppe sieht.

Die enormen Schwankungen kommen für Brand nicht überraschend: "Es war zu erwarten, dass es nach den vielen Absagen Unterschiede in der Leistungsstärke der nominierten Spieler gibt." Diese Herausforderung müsse man annehmen: "Denn wer weiß schon, welche Widrigkeiten uns bei der WM erwarten."

Brand muss in der Tiefe forschen

Während das von sieben Ausfällen geschwächte Team Olympiasieger Kroatien (27:30) an den Rand einer Niederlage brachte und dessen Trainer Lino Cervar die "große deutsche Mannschaft" lobte, versagte der Ex-Europameister einen Tag später gegen Dänemark. Frische und mentale Beweglichkeit fehlten, das gab Brand ("Da muss Ursachenforschung betrieben werden") Rätsel auf. Der Reisetag am Freitag sollte zur Erholung genutzt werden.

Ein Lichtblick sind die bislang ansprechenden Leistungen der drei Torhüter. Besonders die Vorstellungen der in ihren Vereinen momentan kaum berücksichtigten Henning Fritz (Kiel) und Johannes Bitter (Magdeburg) geben Anlass zur Zuversicht. "Ich hoffe, dass sie auch in ihren Klubs wieder mehr Einsatzzeiten bekommen", erklärte Brand. In den Halbfinals treffen am Samstag in Helsinborg Gastgeber Schweden und Kroatien (15.00 Uhr) sowie Tunesien und Dänemark (17.00 Uhr) aufeinander.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%