Handball Turnier
DHB-Team testet beim Supercup EM-Form

Heute beginnt der Supercup der Handballer. Das Turnier in fünf deutschen Städten gilt als Testlauf für die WM 2007 in Deutschland, für DHB-Trainer Heiner Brand ist es ein Härtetest auf dem Weg zur EM in drei Monaten.

Beim am heutigen Mittwoch beginnenden 14. Supercup (bis 30. Oktober) in fünf deutschen Städten steht der Gastgeber in vielfacher Hinsicht auf dem Prüfstand. Für Bundestrainer Heiner Brand ist es der erste Härtetest auf dem Weg zur EM in drei Monaten in der Schweiz, für den Deutschen Handball-Bund (DHB) ein erster Testlauf für die WM 2007 im eigenen Land: "Wir müssen einen guten Eindruck vermitteln und ein Ausrufezeichen für die EM setzen. Wir stehen unter Zugzwang", betonte der Lemgoer Rückraumspieler Daniel Stephan, der wegen einer Zerrung im Oberschenkel bei der "Mini-WM" nur als Zuschauer dabeisein kann.

Brand muss erneut improvisieren

Da neben dem Welthandballer von 1998 auch Kreisläufer Sebastian Preiß (Leistenverletzung/Lemgo), Torsten Jansen (Haarriss/Hamburg) und Spielmacher Michael Kraus (Knorpel-Quetschung im Knie/Göppingen) verletzungsbedingt absagten, muss Brand wie bereits vor den vergangenen Großereignissen improvisieren. "Trotz der Ungewissheit freue mich auf die Herausforderung", meinte der Gummersbacher ungeachtet der fast schon obligatorischen Hiobsbotschaften vor den Gruppenspielen gegen Olympiasieger Kroatien heute in Bremen (18.30 Uhr) und Russland am Donnerstag in Magdeburg (20.00).

In der Parallelgruppe stehen sich Weltmeister Spanien, Frankreich und Schweden gegenüber. Die Halbfinals finden am Samstag in Halle/Westfalen (15.00/17.00) statt. Das Endspiel wird am Sonntag in Hannover (16.00) ausgetragen. DHB-Präsident Ulrich Strombach hat den Supercup nicht nur wegen seiner illustren Besetzung eindeutig als "Vorbereitung auf die WM 2007 im eigenen Land" deklariert. Besonders in punkto Logistik dient die Veranstaltung als Test für das Großereignis in 15 Monaten, das laut Strombach als beste WM in die Annalen eingehen soll.

DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier rechnet beim Supercup mit einer großen Auslastung der Hallen. Eine Parallele zum diesjährigen Confederations Cup der Fußballer will er trotzdem nicht ziehen. "Einen hohen Zuspruch und idealen Rahmen haben wir schon seit Jahren", betonte Bredemeier, der sich den fünften Triumph der DHB-Auswahl nach 1979, 1987, 1998 und 2001 wünscht.

Hoffnungsträger Klimowets

Zum Hoffnungsträger avanciert bei Europameister Deutschland in Kreisläufer Andrej Klimowets ausgerechnet ein Debütant aus Weißrussland. Nach einem Gespräch mit dem 31-Jährigen von der SG Kronau-Östringen entschied sich Brand für die Nominierung des seit September eingebürgerten "Klimo". "Mir hat gefallen, dass bei Andrej doch sehr viel Begeisterung für die Nationalmannschaft aufkam", begründet Brand und musste eingestehen, dass insbesondere auf der Kreisläuferposition "nicht genügend erstklassige Deutsche da sind."

Für Klimowets, der bereits 112 Einsätze für die weißrussische Nationalmannschaft absolvierte, geht mit dem Einsatz im DHB-Team "ein Traum in Erfüllung". Den Supercup sieht der abwehrstarke Kämpfer als wichtige Zwischenstation auf dem Weg zur EM in der Schweiz (26. Januar bis 5. Februar). Klimowets: "So ein Turnier ist wichtig, damit sich die Mannschaft weiter entwickeln kann. Bei der EM ist dann sicher einiges möglich."

Allerdings kann Brand den EM-Ernstfall mit Klimowets noch nicht simulieren, da in Stephan und dem noch nicht wiedergenesenen Markus Baur (Lemgo) zwei wichtige Anspieler erneut ausfallen. Der WM-Neunte gerät also immer mehr unter Zeitdruck. "Die Zeit des Experimentierens ist eigentlich fast vorbei", stellt Pechvogel Stephan voll Sorge fest, während Brand angesichts des Personalpuzzles schon ein "bißchen verzweifelt".

© SID

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