Handball Verband
EHF leitet Verfahren gegen THW Kiel ein

Der Europäische Handballverband hat wegen der Manipulationsaffäre beim THW Kiel nun Akteneinsicht beantragt und will das Champions-League Finale 2007 gegen Flensburg untersuchen.

Rekordmeister THW Kiel droht in der Manipulationsaffäre weiterer Ärger. Der Europäische Handball-Verband (EHF) wird ein Verfahren gegen den Bundesliga-Spitzenreiter wegen des Champions-League-Endspiels 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt einleiten. "Nach Ostern bekommen wir Akteneinsicht von der Staatsanwaltschaft in Kiel. Die EHF wird auf jeden Fall formal ein Verfahren gegen den THW Kiel einleiten, um die Umstände des Spiels gegen Flensburg aufzuklären. Wir machen das vorsorglich, um entsprechende Fristen zu wahren", sagte die oberste Justiziarin der EHF, Monika Flixeder, der Hamburger Morgenpost.

Verdacht der Manipulation

Der THW steht unter Verdacht, mehrere Spiele in der Champions League manipuliert zu haben. Auch vor dem Finalsieg gegen die SG Flensburg-Handewitt 2007 sollen die Schiedsrichter bestochen worden sein. "Die Dinge für ein Verfahren gegen Kiel liegen bei uns bereit", sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer.

Das Final-Rückspiel fand am 29. April 2007 statt. Die Verfolgung und Vollstreckung von Vergehen verjährt nach Paragraf 19, Absatz 1 des EHF-Rechtspflegereglements nach zwei Jahren. Gegen Kiel könnte sogar eine Sperre für internationale Wettbewerbe wegen grober Unsportlichkeit ausgesprochen werden.

Keine Anzeichen von Bestechung nach Spielanalyse im März

In einer Spielanalyse im März des Finals 2007 hatte die EHF allerdings keine Anhaltspunkte für eine mögliche Bestechung gefunden. "Die Analyse liefert eine abgestimmte Ausführung des Spiels mit einer klaren Linie in den Entscheidungen. Diese wurde beständig während des gesamten Spiels gehalten", hieß es in einer Mitteilung der EHF. Ab der 46. Minute seien sogar leichte Vorteile für die Gäste aus Flensburg zu erkennen gewesen.

Kiels Manager Uwe Schwenker hatte unterdessen am Dienstag sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt, "um den Verein vor weiterem Schaden zu bewahren", sagte Gesellschafter-Sprecher Georg Wegner, der anfügte, dass es Indizien für finanzielle Unregelmäßigkeiten gebe. Insgesamt 152 000 Euro seien demnach nicht ordnungsgemäß verbucht worden. Beweise für Geldzahlungen an Schiedsrichter gebe es aber nicht.

Gegen Schwenker ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Neben Präsident Andreas Rudolph vom HSV Hamburg sollen sich zuletzt weitere Belastungszeugen gefunden haben, die aussagen, Schwenker habe auf Rudolphs Anwesen in Mallorca im Juni 2007 eingestanden, den Champions-League-Sieg des THW Kiel erkauft zu haben.

© SID

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