Handball-Weltstar
Vertrag von Karabatic ruht wegen Wettskandal

Für Nikola Karabatic kommt es im französischen Wettskandal immer schlimmer. Inzwischen bekommt er kein Gehalt mehr. Der Ex-Kieler hat aber dessen ungeachtet den Kampf um seine Ehre und gegen ein Spielverbot begonnen.
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ParisDer vom Wett- und Manipulationsskandal um den französischen Rekordmeister Montpellier AHB schwer gebeutelte Handball-Weltstar Nikola Karabatic bekommt vorerst kein Gehalt mehr von seinem Club. MAHB-Präsident Rémy Lévy bestätigte am Mittwoch, dass die Verträge mit dem Ex-Kieler und vier weiteren in die Affäre verwickelten Profis vorerst ruhen würden.

Das sei nicht auf Initiative des Vereins, sondern im Zuge der Ermittlungen in Folge eines Justizbeschlusses geschehen. Bei einer „Medientour“ beteuerte derweil der zweifache Welt- und Olympiasieger seine Unschuld. „Ich habe den Blödsinn satt!“, klagte er.

Die Handballer um Karabatic stehen im Verdacht, vorige Saison das Liga-Spiel bei Cesson-Rennes (28:31) am 12. Mai absichtlich verloren zu haben und Verwandten und Bekannten Wettgewinne von insgesamt knapp 252.000 Euro ermöglicht zu haben.

Gegen insgesamt sieben MAHB-Spieler - zwei sind inzwischen zu Paris SG gewechselt - und sechs weiteren Personen sind Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet worden. Ihnen allen drohen bis zu fünf Jahre Haft und Geldstrafen von bis zu 75.000 Euro.

Karabatic trat Dienstagabend in mehreren TV- und Radio-Sendungen auf und beteuerte seine Unschuld. Er räumte allerdings ein, dass seine Freundin und sein Bruder Luka (24) damals jeweils 1500 und 7000 Euro gegen den MAHB gesetzt hätten.

Das sei jedoch „allenfalls eine disziplinarische Sache“, er selbst habe nicht gewettet, meinte der 28-Jährige. Berater Bhakti Ong erklärte die Medienoffensive seines Kunden im Gespräch mit dem Sportblatt „L'Équipe“ (Mittwochausgabe) so: „Er will seine Ehre verteidigen, aber auch die von Kollegen und sogar des Clubs und der Menschen, die ihm den Rücken gekehrt haben.“

Am Dienstag beantragte Karabatic vor seiner Medientour vor dem Berufungsgericht in Montpellier auch die Aufhebung einer von der Justiz verhängten Kontaktsperre. Derzeit dürfen die fünf Verdächtigen aus Montpellier nicht miteinander sprechen und auch keinen Kontakt zu Verantwortlichen des Vereins und ihren Spielerkollegen haben. Ob die Sperre aufgehoben wird, entscheidet das Berufungsgericht am 25. Oktober. Karabatics Anwalt Jean-Robert Phung meinte, die Kontaktsperre komme einem „verdeckten Berufsverbot“ gleich.

Beim Champions-League-Gegner des HSV Hamburg und der SG Flensburg-Handewitt sind vom Skandal neben Nikola und Luka Karabatic auch Dragan Gajic, Issam Tej und Primoz Prost betroffen. Strafverfahren wurden auch gegen den inzwischen von Paris angeheuerten Olympiasieger Samuel Honrubia und den ebenfalls an die Seine gewechselten Mladen Bojinovic eingeleitet. Für die beiden gilt die Kontaktsperre nicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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