Handball-WM: Beim Siebenmeter geht es um Auge und Nerven

Handball-WM
Beim Siebenmeter geht es um Auge und Nerven

Silvio Heinevetter würde es machen, Oliver Roggisch nicht: Das Siebenmeter-Werfen ist nicht jedermanns Sache. Entscheidend sind ein gutes Auge, starke Nerven und ein platzierter Wurf.
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GranollersDas Musikstück zur Handball-WM von der Band Chloe trägt einen bezeichnenden Titel: „Siete Metros“ - Siebenmeter. Es ist wie im Western: Ein Duell Mann gegen Mann, Torschütze gegen Torhüter. Wer überlistet wen? „Es gibt eine Reihe Spieler, die sich trauen, an den Siebenmeterpunkt zu treten“, sagt Bundestrainer Martin Heuberger.

Für gewöhnlich ist in der deutschen Nationalmannschaft Uwe Gensheimer für die Strafwürfe zuständig. Doch der Linksaußen mit dem Handgelenk wie aus Gummi fehlt bei der WM in Spanien wegen eines Achillessehnenrisses. Für ihn ist Debütant Kevin Schmidt ins Team gerückt und hat auch die Verantwortung für die Siebenmeter mit übernommen. „Ich werfe in der Liga auch die Siebenmeter, fühle mich da sicher. Martin weiß das und hat mich dann auch gleich zur Linie geschickt“, sagt der Wetzlarer.

Nur sieben Meter ist das Tor entfernt. Doch der drei mal zwei Meter große Kasten mit dem Netz dahinter wirkt viel kleiner, weil zumeist höchstens drei Meter vor dem Werfer ein riesenhaft erscheinender Torhüter steht. „Man versucht, den Atem zu beruhigen, bevor man an die Linie tritt, versucht, runterzukommen“, lautet eines der wichtigen Rituale von Kevin Schmidt, „und dann ist es auch immer ein kleines Glücksspiel. Man versucht zu gucken, was der Torhüter für Bewegungen macht. Aber zu 100 Prozent kann man das nie wissen.“

Diese Erfahrung hat der 24-Jährige bei der WM in Spanien gemacht. Bei der 23:25-Niederlage gegen Tunesien verwarf er. Steffen Weinhold danach ebenfalls. Erst Sven-Sören Christophersen war erfolgreich. „Wir haben schon ein paar Leute, die das Ding reinwerfen können. Das Wichtigste ist natürlich, dass die Leute dann auch an den Punkt gehen wollen. Das ist natürlich auch ein Druck. Du kannst nicht einem Spieler sagen, du bist gut, du wirfst jetzt. Das muss von ihm alleine kommen“, erklärt Torhüter Silvio Heinevetter.

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