Handball WM
Brand hat die "Qual der Wahl"

Bis Sonntag muss Heiner Brand sein 28-köpfiges Aufgebot für die WM im Januar 2007 in Deutschland benennen. Auch wenn viele Spieler in Frage kommen, gesteht der Bundestrainer: "In meinem Kopf steht das Aufgebot schon."

Seit Wochen schon ist Heiner Brand als Werbelokomotive für die im Januar 2007 beginnende Handball-WM im eigenen Land unterwegs. Im größten begehbaren Handball der Welt steht der Bundestrainer in den WM-Städten derzeit gewohnt stoisch Rede und Antwort.

Bei der Roadshow am Donnerstag in Frankfurt/Main zog es Brand aber früher als üblich weg von der Bühne, denn mit den Gedanken war der 54-Jährige längst beim ersten wichtigen WM-Stichtag. Bis Sonntag muss er dem Weltverband IHF in schriftlicher Form sein vorläufiges 28-köpfiges WM-Aufgebot benennen, aus dem sich letztlich auch der 16 Spieler große Turnierkader rekrutiert.

Brand hat das Aufgebot schon im Kopf

Doch Brand bleibt 63 Tage vor dem Anpfiff der WM gelassen. Die "gute Standortbestimmung" gegen Ex-Europameister Schweden am Samstag in Dessau (17.00 Uhr) und am Sonntag in Leipzig (15.00) werden wohl kaum noch Einfluss auf seine Vorauswahl nehmen. "Bei 28 Spielern kann ich ja im Prinzip jede Position vierfach besetzen. Eine genaue Entscheidung kann ich deshalb noch später treffen", erklärte der Gummersbacher und gab zu: "In meinem Kopf steht das Aufgebot schon."

Insgesamt sieben Länderspiele und Lehrgänge bleiben dem Weltmeister von 1978 noch, um das DHB-Team für die Heim-Weltmeisterschaft (19. Januar bis 4. Februar 2007) in Form zu bringen. Die unmittelbare Vorbereitung auf die längste WM aller Zeiten beginnt am 3. Januar in München.

Brand: "Die Vorbereitung ist schon sehr kurz"

Die Zeit bis zum Auftaktspiel am 19. Januar gegen Brasilien in Berlin wird knapp, denn drei Wochen nach dem fünften Platz beim Worldcup sieht Brand noch Nachholbedarf im Vergleich mit den derzeit führenden Nationen. "Wir haben durch die große Zahl verletzter Spieler seit Olympia noch nicht so zu einer kompletten Einheit finden können wie andere Mannschaften", analysiert der Bundestrainer: "Die Vorbereitung ist schon sehr kurz."

Zumal sich das Verletzungspech seit fünf Jahren wie ein roter Faden durch sämtliche Turniere und deren Vorbereitung zieht. Auch gegen die mit sieben Bundesliga-Legionären gespickten Schweden, die in der WM-Qualifikation an Island scheiterten, kann Brand nicht seine Wunschformation auflaufen lassen. Wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel fehlt Rückraumspieler Pascal Hens (Hamburg).

Velyky ist nach OP zurück im Team

Dafür feiert Spielmacher Oleg Velyky (Kronau-Östringen) fünf Wochen nach seiner Lymphknoten-OP ein Comeback in der Nationalmannschaft. Der 29-Jährige hatte sich zuletzt bereits in der Bundesliga mit 14 Toren gegen den VfL Gummersbach (33:42) eindrucksvoll zurückgemeldet.

Brand plant trotz der immer wieder angespannten Personalsituation aber weiterhin keine Reaktivierung der Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar (Magdeburg) oder Christian Schwarzer (Lemgo): "Das ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema", meinte Brand: "Ich will aber nicht ausschließen, dass es bei Christian eins werden könnte. Bei Stefan kann es erst dann eins werden, wenn er sagt, ich will wieder in der Nationalmannschaft spielen."

Über seine eigene Zukunft will sich Brand, der beim DHB noch einen Vertrag bis nach den Olympischen Spielen 2008 besitzt, derzeit zumindest öffentlich nicht detailliert äußern: "Es bestehen Verträge, die pflege ich einzuhalten." DHB-Präsident Ulrich Strombach hat bereits angedeutet, den in zwei Jahren auslaufenden Kontrakt mit Brand unbedingt verlängern zu wollen.

© SID

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