Handball-WM
Deutschland schafft das Unmögliche

Eine Mannschaft, die schon abgeschrieben worden war nach der schlechten Form in der Vorrunde des XX. Weltturniers, besiegte die starken Polen mit 29:24 Toren. Deutschland ist damit nach 1938 und 1978 zum dritten Mal Handball-Weltmeister. Bis dahin war es ein hartes Stück Arbeit.

KÖLN. Die Nationalhymne ist gesungen, 19 000 Zuschauer haben sie in der riesigen und brechend vollen Kölnarena aus voller Brust intoniert, dann übergeben Bundespräsident Horst Köhler und Hassan Mustafa, der ägyptische Präsident der Internationalen Handball-Föderation, dem Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft, Markus Baur, um 18.32 Uhr den riesigen Pokal. Der Rest geht unter in einem goldenen Konfettiregen.

Das Finale war von Beginn an geprägt von hohem Tempo und großem Kampf. Sofort machte das deutsche Team dem Gegner klar, dass es sich dieses Mal nicht so leicht in eine Niederlage fügen würde wie noch vor 13 Tagen in Halle, als es überraschend und recht deutlich mit 25:27 gegen den WM-Dritten von 1982 verloren hatte. Bis zum 2:3 durch den Magdeburger Tkaczyk hielten die Polen, bei denen viele Spieler unter einem Magen-Darm-Virus zu leiden hatten, noch mit. Aber dann steigerte sich das deutsche Team, frenetisch unterstützt von einer fanatischen Menge, in einen wahren Rausch. Als der erst 23-jährige Regisseur Michael Kraus ein Angriffskonzept zum 3:3-Ausgleich abschloss, nahm sein Team das als Signal und flog nun geradezu davon. Beim 8:3 durch einen Tempogegenstoß des Hamburgers Torsten Jansen, der an diesem Tag nicht nur als bester Torschütze, sondern auch als Abwehrspieler überragte, war nur fünf Minuten später eine kleine Vorentscheidung gefallen - die Halle tobte.

Seine große Form der letzten Tage unterstrich erneut Torwart Henning Fritz. Der Kieler Torwart entschärfte allein in Hälfte eins zehn Bälle und entnervte damit den starken polnischen Rückraum, der freilich auch kaum durch die deutsche 6:0-Deckung kam. Doch die Polen, die schon geschlagen schienen, kämpften sich mehrere Male wieder heran: Beim 14:12 (27.) durch Bielecki führte der Gastgeber, der sich nun viele technische Fehler leistete, nur noch mit zwei Treffern. Auch die hohe 21:14-Führung durch einen gewaltigen Sprungwurf des Hamburger Hens (37.) konterten die Polen erneut, vor allem durch den Kronauer Jurasik; als er zum 22:21 (45.) verkürzte, stand pures Entsetzen in den Gesichtern der 19 000. Aber die beiden entscheidenden Würfe des Rechtsaußens entschärfte dann Bitter, der seit der 35. Minute für den knieverletzten Fritz gekommen war und sich mit neun Paraden glänzend einfügte. Und dann nahm sich der Halblinke Hens ein Herz und wuchtete den Ball zwei Mal entschlossen in die Maschen: 24:21 (49.). Als Kehrmann zwei Mal per Tempogegenstoß traf, war beim 29:23 (57.) alles entschieden. Erneut hatte eine herausragende Mannschaftsleistung den Ausschlag gegeben.

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