Handball WM
DHB-Damen unterliegen Russland

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen hat nach der 22:34-Niederlage gegen Russland im ersten Spiel der WM-Hauptrunde bereits keine Chancen mehr aufs Weiterkommen.

Halbwegs rehabilitiert, aber endgültig raus: Die deutschen Handballerinnen haben bei der WM in China beim 22:34 (13:16) gegen den Titelverteidiger Russland zumindest phasenweise wieder ordentlich gespielt, mit nun 0:6 Punkten in der Hauptrundengruppe 1 aber auch alle theoretischen Chancen auf das Halbfinale eingebüßt. Zwei Tage nach dem 15:29-Debakel im letzten Vorrundenspiel gegen Frankreich war Sabrina Neukamp mit acht Toren beste Werferin für die Mannschaft von Bundestrainer Rainer Osmann. Im sechsten Turnierspiel fehlten den Deutschen am Ende die Moral und auch die Klasse, um eine höhere Niederlage zu verhindern.

"Am Ende ist das Resultat etwas zu hoch ausgefallen, aber Russland war die bessere Mannschaft", sagte Osmann. Seinem jungen Team bescheinigte er immerhin 40 Minuten lang eine gelungene Wiedergutmachung für das Frankreich-Spiel. "Die kämpferische Seite stimmte, Probleme sehe ich im taktischen Bereich."

"Wollen unbedingt vier Punkte holen"

Für einen versöhnlichen Abschluss der WM sollen am Sonntag im Nachbarschaftsduell mit Österreich und am Dienstag gegen Angola (beide zehn Uhr) noch Siege her, ehe das Platzierungsspiel ansteht. "Wir wollen unbedingt vier Punkte holen", sagt Osmann. Russland war dagegen eine Nummer zu groß für die deutsche Mannschaft und steuert ungeschlagen auf eine erneute Medaille zu.

Eine andere "Art unseres Auftretens" hatte Rainer Osmann für das Spiel gegen den Titelverteidiger gefordert und in der 4,5-Millionen-Stadt Yangzhou gelang Deutschland zwar der erste Treffer der Partie. Danach folgte aber eine siebenminütige Torflaute, beim Stand von 1:6 in der achten Minute fühlte sich Rainer Osmann schon wieder an das Frankreich-Spiel erinnert. "Was verwerft ihr die Bälle, das gibts doch gar nicht. Ich erwarte mehr Konsequenz", rief er seinen Spielerinnen zu.

Russinnen hatten Spiel jederzeit im Griff

Mit dem Wechsel von Franziska Mietzner und Nina Wörz auf Laura Steinbach und Ania Rösler kam dann tatsächlich etwas mehr Struktur in den deutschen Angriff. Auf Rechtsaußen fand Sabrina Neukamp immer besser ins Spiel und überwand die starke russische Torfrau Inna Suslina allein bis zum Pausenpfiff noch fünfmal. So war der Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Tore geschrumpft (13:15).

Dennoch hatten die körperlich starken und konsequenten Russinnen das Spiel jederzeit im Griff. Die deutschen Frauen waren dagegen in ihren schwarzen Trikots wieder zu schwach im Abschluss und verloren gegen die robuste russische Deckung viel zu häufig den Ball und fingen sich Gegenstoßtore.

© SID

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