Handball WM
DHB-Frauen hoffen heute auf den großen Wurf

Mit einem Sieg im Halbfinale gegen Norwegen können sich die deutschen Handballerinnen heute den Traum von der ersten WM-Medaille seit 1997 erfüllen. "Wir müssen einen Sahnetag erwischen", so Torhüterin Clara Woltering.

Bangen um Welthandballerin Nadine Krause und Hoffen auf das Wunder von Paris: Die Ausgangslage für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist vor ihrem ersten WM-Halbfinale seit zehn Jahren nicht optimal. Dennoch lebt vor der heutigen Vorschlussrundenpartie (17.30 Uhr/live bei Eurosport) im Palais Omnisports gegen Europameister Norwegen der Traum von der ersten WM-Medaille seit 1997.

"Die Mädels sind noch nicht satt, das merke ich. Wir überlassen Norwegen gerne die Favoritenrolle, aber wir werden unsere Chance nutzen", kündigte Bundestrainer Armin Emrich den titelambitionierten Skandinavierinnen einen heißen Tanz an. Auch die zuletzt überragende Torhüterin Clara Woltering hält den ersten Einzug in ein WM-Finale seit dem Titelgewinn 1993 für möglich. "Aber uns ist klar, dass wir dafür alle zusammen einen Sahnetag erwischen müssen", meinte die Leverkusenerin.

Torjägerin Krause angeschlagen

Die positive Grundstimmung im Mannschaftshotel nahe der Seine mit Blick auf den Eifelturm wurde am spielfreien Freitag lediglich von der Sorge um Torjägerin Krause getrübt. Die Dänemark-Legionärin vom FC Kopenhagen hatte sich im Viertelfinale am Donnerstag gegen Afrikameister Angola (36:33) einen Kapselanriss im rechten Sprunggelenk zugezogen, als sie in der 59. Minute unglücklich umknickte.

Emrich aber blieb mit Blick auf den Gesundheitszustand der Torschützenkönigin der EM 2006 und der WM 2005 zuversichtlich. "Nadine war sehr gelassen, als sie in den Krankenwagen stieg. Und das Prinzip Hoffnung lebte noch mehr, als sie aus dem Krankenhaus zurückkam. Sie hatte tierische Schmerzen, aber wir hoffen", sagte der 56-Jährige, der seine Mannschaft nach einem freien Vormittag am Freitag lediglich auf eine Joggingrunde schickte und auf Training in der Halle verzichtete.

Ania Rösler steht bereit

Während die meisten Spielerinnen ihre Freizeit zu einer kleinen Stadtrundfahrt durch Paris nutzten, behandelte die medizinische Abteilung des Deutschen Handball-Bundes (DHB) Sorgenkind Krause intensiv mit Lymphdrainagen. So sollte eine Schwellung verhindert und ein Einsatz wahrscheinlicher gemacht werden. Emrich hatte bereits am Donnerstagabend auf die ungewisse Situation reagiert und mit der nachnominierten Rückraumspielerin Ania Rösler (1. FC Nürnberg) seinen 16-köpfigen Kader komplettiert.

Die Halbfinalpartie im mit 14 000 Zuschauern ausverkauften Palais Omnisports ist für die deutsche Mannschaft auch eine Revanche der besonderen Art. Bei der Heim-WM 1997 verlor die DHB-Auswahl ausgerechnet im Semifinale gegen Norwegen (23:25), holte aber mit Bronze die bis dato letzte Medaille. "Wir sind jetzt einmal wieder reif für Edelmetall", betonte die angeschlagene und bislang bei der WM nicht überzeugende Krause.

"Der Druck liegt bei Norwegen"

Als Rezept gegen die überfallartigen Gegenstöße der Norwegerinnen, die im Viertelfinale den Olympiazweiten Südkorea deklassierten (35:24), soll ein fehlerloses Angriffsspiel dienen. "Um ihr schnelles Spiel zu unterbinden, müssen wir vorne treffen", forderte Torhüterin Woltering, während Kreisläuferin Kathrin Blacha (Thüringer HC) die Außenseiterrolle genießt: "Der Druck liegt bei Norwegen, die müssen gewinnen."

Eine Schlüsselrolle wird der bislang überragenden Grit Jurack zukommen. Die Linkshänderin vom Champions-League-Sieger Viborg HK führt die WM-Torschützenliste derzeit souverän mit 61 Treffern an und war gegen Angola mit elf Toren die Sieggarantin. Ungeachtet dessen setzt Emrich aber auf das Kollektiv und sieht dabei seinen persönlichen Titelfavoriten Norwegen als Vorbild. "Sie haben sehr komplette Spielerinnen und eine starke Bank, eine kompakte Abwehr und einen tollen Gegenstoß", schwärmte Emrich.

Im ersten Halbfinale am (15.00 Uhr) stehen sich in einer Neuauflage des WM-Finals von 2005 Titelverteidiger Russland und Rumänien gegenüber. Das Finale wird am Sonntag um 16.30 Uhr in Paris angepfiffen.

© SID

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