Handball WM
DHB-Frauen verlieren spannendes Halbfinale

Trotz einer engagierten Leistung ist die deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Frankreich im Halbfinale gescheitert. Gegen Norwegen verlor das Team von Armin Emrich mit 30:33 (16:19).

Die Chance auf das zweite deutsche "Wintermärchen" nach dem WM-Sieg der Herren vor gut einem Jahr ist vergeben. Das Frauen-Team von Bundestrainer Armin Emrich verlor das Halbfinale der Weltmeisterschaft in Paris gegen Europameister Norwegen mit 30:33 (16:19) und verpasste nur denkbar knapp den ersten WM-Finaleinzug seit 14 Jahren. Allerdings kann sich die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Sonntag im Spiel um Platz drei gegen Rumänien (14.00 Uhr/live in Eurosport) das erste Edelmetall seit dem Bronzemedaillen-Gewinn bei der WM 1997 sichern und damit ein rundum gelungenes Turnier krönen.

Vor 14 000 Zuschauern im ausverkauften Palais Omnisports konnten auch die überragende Grit Jurack (12/2 Tore/Viborg HK) und die trotz einer Verletzung eingesetzte Welthandballerin Nadine Krause (5/FC Kopenhagen) die Niederlage gegen die hoch favorisierten Norwegerinnen letztlich nicht verhindern. Die Entscheidung fiel erst in der Schlussphase, als die Skandinavierinnen aus einem 29:29 (55.) eine Vier-Tore-Führung (33: 29/59.) machten.

"Wir können stolz auf uns sein. Obwohl wir in den letzten fünf Minuten das gemacht haben, was wir nicht machen wollten. Jetzt will ich aber im kleinen Finale die Medaille holen", meinte Jurack, während Emrich der vergebenen Chance nachtrauerte: "Wir waren ganz nah dran. Wir haben Norwegen über weite Strecken kontrolliert. Dann haben aber viele kleine Dinge den Ausschlag gegen uns gegeben."

Norwegen im Finale gegen Russland

Im Finale am Sonntag stehen sich damit die Skandinavierinnen und Titelverteidiger Russland (16.30) gegenüber, der Rumänien im ersten Halbfinale mit 30:20 (17:8) bezwungen hatte. Das Hauptrundenduell gegen die Rumäninnen hatte Deutschland zwar deutlich verloren (24:32), war dadurch aber im Viertelfinale am vergangenen Donnerstag auf den vermeintlich leichteren Gegner Angola getroffen.

Zwei Tage nach dem hart erkämpften 36:33-Erfolg gegen den Afrikameister scheiterte die DHB-Equipe zunächst in der ersten Halbzeit immer wieder an der norwegischen Keeperin Katrine Lunde Haraldsen. Die Schlussfrau vom dänischen Champions-League-Sieger Viborg HK kaufte vor allen Dingen ihrer Vereinskollegin Jurack, die die WM-Torschützenliste vor dem Abschlusstag weiter anführt, immer wieder mit spektakulären Paraden den Schneid ab.

Dagegen fanden die bislang so überzeugenden deutschen Keeperinnen Clara Woltering (Leverkusen) und Sabine Englert (Hypo Niederösterreich) nicht ins Spiel und parierten im ersten Abschnitt insgesamt nur drei Würfe.

Zwischenspurt zum 13:8

Im neunten Spiel binnen 14 Tagen ging der Außenseiter beim 6:5 (10.) erstmals in Führung, bekam aber die norwegische Kreisläuferin Else-Marthe Lybekk (8) von Pokalsieger HC Leipzig weiterhin kaum in den Griff. Binnen acht Minuten zog der Ex-Weltmeister aus Skandinavien auf 13:8 (17.) davon. Doch zumindest die bei der WM bislang enttäuschende Krause, die trotz eines im Viertelfinale erlittenen Kapselanrisses im rechten Sprunggelenk von Beginn an spielte, ließ in der Folge ihre Qualitäten aufblitzen.

Nach dem Wechsel trumpfte dann Jurack mit sieben Toren innerhalb von 18 Minuten groß auf und führte die DHB-Auswahl unterstützt von Englert sogar zur zwischenzeitlichen 27:26 (49. )-Führung. In den entscheidenden Phasen behielten die Norwegerinnen dann aber kühlen Kopf und zogen vorentscheidend auf 32:29 (57.) davon.

Trotz des verpassten Finals hat sich die deutsche Mannschaft nach dem vierten Platz bei der EM 2006 und dem sechsten Rang bei der WM 2005 längst in der Weltspitze etabliert. Zudem hat die Emrich-Sieben glänzende Perspektiven, im kommenden Jahr erstmals seit 1996 wieder bei Olympischen Spielen an den Start gehen zu dürfen. Durch den Einzug ins Halbfinale erspielten sich Jurack & Co. das Heimrecht für eines der drei olympischen Qualifikationsturniere, die Ende März 2008 ausgespielt werden. Der DHB hatte sich bereits mit der Stadt Leipzig für die Ausrichtung beworben.

Coach Emrich zog bereits am Samstag sein erstes WM-Fazit. "Ich bin sehr zufrieden. Die Weltspitze ist enger zusammengerückt, viele Nationen wie Angola haben aufgeholt", meinte der Pädagoge.

© SID

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