Handball WM
DHB-Frauen zum WM-Auftakt gegen Dänemark

Die DHB-Frauen wollen bei der WM in China auch ohne die Routiniers Jurack und Krause die Hauptrunde erreichen. Das Team um Coach Osmann trifft zum Auftakt auf Dänemark.

Die Halle war kalt, der Jetlag raubte den Schlaf und die Generalprobe geriet zum Reinfall - doch mit der Glücksfahne der goldenen Männer-WM 2007 im Gepäck wollen die deutschen Handballerinnen im fernen China nach holpriger Vorbereitung ihr ganz eigenes Glück finden. Im Hotelflur hat die Mannschaft von Bundestrainer Rainer Osmann die große Deutschlandflagge aufgehängt und damit gleich mal ein Zeichen gesetzt gegen die beiden Wimpel der Däninnen, die in Wuxi nicht nur auf der gleichen Etage wohnen, sondern am heutigen Samstag (14.00 Uhr MEZ, live bei Eurosport) auch erster Gruppengegner der deutschen Mannschaft sind.

Dann sollen auch die Reisestrapazen und die Zeitverschiebung nach der recht späten Ankunft am Dienstag überwunden sein, die im letzten Test gegen den Olympia-Vierten Ungarn am Donnerstag (19:24) noch deutlich zu spüren waren. "Unsere Akklimatisierung wird im Laufe des Freitags abgeschlossen sein, gegen Dänemark werden wir in einer anderen körperlichen Verfassung sein", sagte Rainer Osmann und kündigte an: "Wenn es am Samstag um etwas geht, brennt die Luft. Da werden sich alle zerreißen." Auch die Veranstalter haben zugesagt, dass die 5 000 Zuschauer fassende Arena im Gegensatz zu den ersten Trainingstagen dann richtig beheizt sein soll.

Geist der Männer-WM als Ansporn

Und ein bisschen soll dann auch der Geist der Männer-WM vor zwei Jahren das deutsche Team anspornen. Die schwarz-rot-goldene Glücksfahne hing damals im Zimmer von Nationalspieler Dominik Klein, und der hat sie nun seiner Frau, Rechtsaußen Isabell, mit auf die Reise nach China gegeben. "Mit der kann nichts schiefgehen", sagt Kapitänin Nina Wörz.

In der wechselhaften Vorbereitung gab es in Schwerin immerhin schon mal einen Erfolg gegen Dänemark (31:27). Für Rainer Osmann hat das Duell bereits so etwas wie Endspielcharakter, könne man sich hier doch den Schwung für die gesamte WM holen. In der schwierigen Vorrundengruppe A sind am Sonntag Kongo und am Montag Brasilien (beide 10.00 Uhr) die nächsten Gegner. Nach einem Ruhetag folgen die Begegnungen mit Schweden (Mittwoch/14.00 Uhr) und Frankreich (Donnerstag/12.00 Uhr). Die drei besten Mannschaften aus der Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde.

"Das wäre in dieser Konstellation schon ein großer Erfolg", sagt Rainer Osmann vor seiner ersten WM als Bundestrainer. In der der schwangeren Grit Jurack und Nadine Krause (Schulteroperation) fehlen die beiden uneingeschränkten Führungsspielerinnen der letzten Jahre, zudem müssen Ulrike Stange (stressbedingte Schlafstörungen) und Sara Walzik (Muskelfaserriss) ersetzt werden.

Druck auf die jungen Talente wächst

So lastet schon jetzt auf den jungen Talenten wie der 21 Jahre alte Susann Müller oder der noch ein Jahr jüngeren Franziska Mietzner im Rückraum großer Druck. "Die Frage ist, mit welcher Konstanz wir ein so großes Turnier spielen können", sagt Osmann, "ich weiß, dass wir Schwankungen unterliegen werden." Einzig der Kongo dürfte in der Vorrunde auch so keine große Hürde für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) darstellen.

Die WM endet am 20. Dezember mit dem Finale in Nanjing. Titelverteidiger Russland und die Norwegerinnen hält Osmann für die heißesten Goldanwärter.

© SID

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