Handball WM
DHB-Handballerinnen starten mit Kantersieg

Bei der 17. Weltmeisterschaft im russischen St. Petersburg ist die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen mit einem 33:21-Sieg gegen Polen optimal aus den Startlöchern gekommen.

Mit einem unerwartet deutlichen Sieg sind Deutschlands Handballerinnen in die 17. Weltmeisterschaft in St. Petersburg/Russland gestartet. Das Team von Bundestrainer Armin Emrich besiegte in seiner Auftaktpartie der Vorrundengruppe C Angstgegner Polen klar mit 33:21 (16:12) und hat einen ersten großen Schritt in Richtung Hauptrunde getan. Vor nur 150 Zuschauern in der Yubileyny-Halle I waren Nadine Krause (8/2/Leverkusen), Susanne Henze (6/Buxtehude) und Grit Jurack (6/Viborg) die besten deutschen Werferinnen. "Wir haben einen unbändigen Siegeswillen und einen unglaublichen Teamgeist gezeigt. Die Köpfe waren frei, ich bin sehr zufrieden", lobte Emrich nach dem WM-Start nach Maß, mahnte aber auch: "Man sollte die Höhe des Sieges schnell vergessen."

Der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gelang damit die anvisierte Revanche für das Ausscheiden gegen die Polinnen in der WM-Qualifikation vor knapp sechs Monaten. Erst durch den Verzicht von Taiwan war der EM-Fünfte im Juli als Nachrücker doch noch ins WM-Feld der 24 Mannschaften gerutscht. Bereits am Dienstag trifft die Emrich-Equipe auf den Erzrivalen Österreich (17.00 Uhr MEZ/live in Eurosport), der mit einem Erfolg gegen die Elfenbeinküste (32:21) startete.

"Das war Motivation pur"

Vor allen Dingen die massierte Deckung avancierte zum Erfolgsgarant für das Emrich-Team, das nach einem starken Zwischenspurt binnen acht Minuten von 11:11 (22.) auf 16:11 (29.) davonzog. "Wir hatten noch eine Riesenrechung mit Polen offen. Das war Motivation pur", jubelte Rückraumspielerin Krause.

Selbst der Ausfall von Kreisläuferin Anne Müller (Leverkusen), die nach einem Zusammprall mit drei Stichen am Auge genäht werden musste, schlug nicht weiter ins Gewicht. Im Angriff überzeugte der WM-Zwölfte von 2003 vor allen Dingen mit seinem variantenreichen Spiel über den Kreis und führte nach 44 Minuten vorentscheidend mit acht Toren (23:15).

"Wir dürfen keine Luftschlösser bauen"

Als Nervennahrung und Überraschung hatte Coach Emrich vor dem Schlüsselspiel eine selbstgebackene Linzer Torte kredenzt. Die Euphorie, die angesichts von sieben Siegen in zehn WM-Tests entstanden war, dämpfte der 54-Jährige allerdings. "Wir dürfen keine Luftschlösser bauen", mahnte Emrich.

Doch besonders Jurack träumt von einer Medaille am Finnischen Meerbusen. "Wenn alles passt, ist Edelmetall drin", meinte die Linkshänderin. Zuletzt hatte die DHB-Sieben bei der WM 1997 im eigenen Land als Dritter den Sprung aufs Treppchen geschafft.

Die Partie gegen Österreich steht auch diesmal unter einem besonderen Stern. Der österreichische Nationalcoach Herbert Müller trainiert auch den Bundesligisten 1. FC Nürnberg und kennt die deutschen Spielerinnen deshalb aus dem Eff-Eff. In den bisherigen 34 Spielen gegen die Alpenrepublik hat die deutsche Mannschaft 25 Siege verbucht und nur siebenmal verloren.

Weitere Vorrundengegner sind Olympiasieger Dänemark am Mittwoch (19.00), Brasilien am Freitag (17.00) und zum Abschluss der Vorrunde die Elfenbeinküste am Samstag (17.00/alle MEZ/alle live in Eurosport). Die jeweils ersten Drei der vier Sechsergruppen erreichen die Hauptrunde.

© SID

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