Handball-WM: Die Sport-Söldner aus Katar

Handball-WM
Die Sport-Söldner aus Katar

Bei der Handball-WM in Katar spielt das Geld mit. Das Team des Gastgebers wurde gekauft. Viele Fans auch. Und manche zweifeln auch an den Schiedsrichtern. Schlechte Vorzeichen für die Deutschen gegen den Gastgeber.
  • 3

DüsseldorfDie kleinen Golfstaaten wollen im Sport aufholen. Besonders aggressiv geht Katar vor. Und das nicht nur im Fußball, sondern auch in vielen anderen Sportarten. Aktuell zeigt sich das besonders gut an der Handball-Weltmeisterschaft, die in Katar gespielt wird.

Für das Ziel, ein erfolgreicher Gastgeber zu sein, investierten die Scheichs allein in die Spielstätten offiziell 220 Millionen Euro. Das ist mehr als das Zehnfache von dem, was der Deutsche Handball Bund (DHB) für die WM 2007 im eigenen Land zur Verfügung hatte.

Die Deutschen schlagen sich in dem Turnier außerordentlich gut, was im Vorfeld nicht zu erwarten war. Doch heute (16.30 Uhr) wartet ein besonders schwerer Brocken: der Gastgeber Katar. Das Land ist bisher zwar keine Größe in diesem Sport. Doch mit Geld lässt sich auch hier viel bewegen, wie die letzten Spiele gezeigt haben.

Immerhin ist das heimische Team überraschend ins Viertelfinale eingezogen. Hier von Kataris zu reden, wäre allerdings übertrieben. Es handelt sich um eine Retortenmannschaft. Deren Star und bester Torschütze heißt Rafael Capote und kommt aus Kuba. Er spielt zusammen mit zwei Handballern aus Montenegro, Zarko Markovic und Goran Stojanovic. Und zwei aus Bosnien-Herzegowina, Danijel Saric und Eldar Memisevic. Und vergessen sollte man auch nicht den Franzosen Bertrand Roiné und den Spanier Borja Vidal Fernández.

Gerade einmal vier Spieler des katarischen Handball-WM-Kaders sind gebürtige Kataris. Als Trainer der internationalen Startruppe sitzt der spanische Weltmeister Valero Rivera auf der Bank. Über sein Gehalt sowie die Entlohnung der Spieler des Emirats ist offiziell nichts bekannt. Dass die Prämien saftig ausfallen, wird allerdings allgemein angenommen.

Kein Wunder also, dass Trainer Rivera zu seinem Engagement in der Wüste sagt: „Nach Katar zu gehen, war die beste Entscheidung meines Lebens. Der größte Fehler wäre es gewesen, es nicht zu tun.“ Experten rechnen damit, dass er dafür eine Millionensumme einsteckt.

Kommentare zu " Handball-WM: Die Sport-Söldner aus Katar"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn sich Katar mit dieser WM gut fühlt, dann bitte

  • Wenn sich Katar mit dieser WM gut fühlt, dann bitte

  • Wenn sich Katar mit dieser WM gut fühlt, dann bitte

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%