Handball-WM in Katar
Deutschland trifft auf aggressive Ägypter

Die deutschen Handballer starten nach ihrem Gruppensieg in die K.o.-Phase. Der Gegner: Ägypten. Ein machbare Aufgabe. Doch Nationaltrainer Dagur Sigurdsson warnt vor dem vermeintlichen „Wunschgegner“.
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DohaGruppensieg? Wüstenmärchen? WM-Euphorie? Dagur Sigurdsson schüttelte den Kopf. Die Glückwünsche von Fußball-Weltmeister Joachim Löw „ehrten“ den Bundestrainer zwar sehr, doch vor dem so wichtigen WM-Achtelfinale gegen Ägypten drückten die deutschen Handballer den Reset-Knopf.

„Wir stellen alles auf Null. Das ist wie nach einer guten Vorbereitung. Jetzt kommt das Pokalspiel, und es geht um alles oder nichts“, sagte Sigurdsson mit Blick auf die Partie am Montag (16.30 Uhr/Sky) und legte sein Pokerface auf, „mir gefällt das eigentlich ganz gut. Ich mag solche Spiele. Und die Mannschaft auch“.

Der Gegner aus Afrika dürfte für die Deutsche Nationalmannschaft eigentlich eine machbare Aufgabe sein. Denn die fetten Jahre des ägyptischen Handballs sind vorbei – und doch sollte das deutsche Team den fünfmaligen Afrikameister nicht unterschätzen. In der starken Vorrundengruppe C ließ die No-Name-Truppe von Trainer Marwan Ragab die erfahrenen Tschechen mit Superstar Filip Jicha hinter sich und machten mit einem Remis gegen Schweden (25:25) von sich Reden.

„Bei den Ägyptern sind einige sehr gute Individualisten in der Mannschaft“, sagte der frühere Weltmeistercoach Heiner Brand: „Es wird sicherlich keine einfache, aber eine lösbare Aufgabe für uns werden.“

Auch Bundestrainer Dagur Sigurdsson wollte nicht von einem „Wunschgegner“ sprechen. „Sie spielen sehr, sehr aggressiv, mit Wucht und Emotionen. „Sie haben sehr viele Zuschauer hier und spielen fast wie zu Hause“, sagte der Isländer und bezeichnete den WM-Vierten von 2001. „Sie kommen mit sehr viel Kraft und Power. Da müssen wir kühlen Kopf behalten.“. Die Statistik gibt ihm Recht. Mit 37 Zeitstrafen (mehr als sieben pro Spiel) belegt Ägypten nach der Vorrunde abgeschlagen den letzten Platz in der Fairplay-Rangliste. Die heißblütigen Fans dürften die Atmosphäre in der Lusail-Arena zusätzlich aufheizen.

Bei der WM 2013 in Spanien erreichten die Nordafrikaner, die keinen einzigen Europa-Legionär in ihren Reihen haben, ebenfalls die Runde der letzten 16. Dort scheiterten sie am späteren Halbfinalisten Slowenien – vielleicht ein gutes Omen für das deutsche Team.

Im Vorfeld der Begegnung war die Stimmung im deutschen Team-Hotel locker und entspannt, aber auch voll fokussiert. Nach der besten WM-Vorrunde seit sechs Jahren und dem souveränen Gruppensieg in der starken Gruppe D (9:1-Punkten) ist das Viertelfinale zum Greifen nah. Und angesichts der perfekten Ausgangsposition scheint plötzlich sogar eine Medaille möglich.

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