Hauptsponsor denkt über Ausstieg vom America’s Cup nach
Louis Vuitton erwägt Rückzug

Titelverteidiger Alinghi hat am Sonntag die Siegesfeier beim America?s Cup in Valencia verschieben müssen. Das siebte Rennen wurde wegen des zu schwachen Windes abgesagt. Und weil nicht gesegelt werden konnte, beherrschte ein anderes Thema die Cup-Gemeinde.

VALENCIA. Obwohl der Sieger der 32. Auflage noch nicht feststeht, entbrannte am Wochenende der Streit über die Zukunft des Cups. Ein Kulturkampf, der sich auch in dem sportlichen Duell symbolisiert. Auf der einen Seite Alinghi mit einem gekauften Team. Auf der anderen Seite: Die neuseeländischen Segler, mit einem Land im Rücken, das den Cup und das Segeln so sehr liebt wie Deutschland den Fußball.

Bruno Troublé, Sprecher und Berater des langjährigen Titelsponsors der Herausforderer-Serie, Louis Vuitton, drohte gegenüber dem Handelsblatt sogar mit dem Rückzug vom Cup. "Wir werden nicht mehr dabei sein, wenn sich der America?s Cup zu einer rein kommerziellen Sportveranstaltung entwickelt, in der es nur um Geld geht", sagte der 62-Jährige. "Für uns war der Cup immer eine moderne Saga, die über den eigentlichen Sport hinausgeht. Wir mögen den exklusiven Charakter der Regatta." In einem Interview mit dem neuseeländischen Radiosender Radio NZ sagte er sogar: "Wenn Alinghi gewinnt, besteht die Möglichkeit, dass Louis Vuitton nicht weitermacht. Aber wenn Neuseeland das Rennen gewinnt, stehen die Chancen sehr gut, dass wir wieder dabei sind."

Ein Rückzug des Hauptsponsors wäre ein herber Schlag. Damit würde der Traditionsregatta nicht nur ein Geldgeber verloren gehen, der 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben soll, sondern auch ein Teil seiner Identität. Der Franzose, einst Cup-Skipper und Olympia-Segler, hatte 1983 die Idee, eine Herausforderer-Serie zu gründen, die nach dem Sponsor Louis Vuitton Cup getauft wurde. Das Team Troublé Louis Vuitton prägte den Cup. Bis zur Regatta 2007. In der 32. Auflage ist Louis Vuitton zwar Titelsponsor, aber für den Luxusgüterhersteller steht das Engagement erstmals zur Disposition. Die Organisation der Herausforderer-Serie und des Cups übernahm das Ameica?s Cup Management (ACM), ein Unternehmen mit 130 Mitarbeitern, das Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli gründete, nachdem er den Cup 2003 in Neuseeland gewonnen hatte. Mit der Neuorganisation hat Louis Vuitton einen kleineren Gestaltungsraum als früher.

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