Heidfeld überzeugte bei Testfahrten
„Quick Nick“ sagt Establishment den Kampf an

Der Wechsel von Jordan zu Williams-BMW hat den Mönchengladbacher Piloten mütig gemacht. Nicht nur Michael Schumacher kündigt er eine heiße Saison an. "Mein persönliches Ziel ist es, alle zu schlagen und in Zukunft die Weltmeisterschaft zu gewinnen", sagt Nick Heidfeld über seine persönlichen Aussichten.

HB FRANKFURT/MAIN. Mit nur 1,64 Metern Körpergröße ist er einer der kleinsten im Formel-1-Zirkus, doch möglichst schnell will "Quick Nick" der Größte sein. Doch nicht nur seine eigenen Erwartungen sind hoch. "Mit dem zweiten oder dritten Platz will man sich nicht zufrieden geben", stellt der 84-malige Grand-Prix-Fahrer mit Blick auf die Ziele bei Williams-BMW nach einer relativ verkorksten Saison fest. Dementsprechend hat auch Serien-Weltmeister Michael Schumacher seinen Landsmann bereits auf der Rechnung: "Natürlich ist er auch ein ernst zu nehmender Gegner."

Erst in einem Nerven und Kräfte zehrenden Ausscheidungs-Testmarathon setzte sich der 27 Jahre alte Heidfeld im Kampf um das zweite Cockpit gegen Antonio Pizzonia aus Brasilien durch. Der Blondschopf beeindruckte die Ingenieure seines neuen Teams vor allem durch sein "profundes Technikverständnis", so BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Doch hätte das allein im Kampf gegen Pizzonia nicht gereicht, um Teamchef Frank Williams, unter dessen Leitung auch schon Heinz-Harald Frentzen und Ralf Schumacher gefahren sind, zu überzeugen. Vor allem auf nasser Strecke konnte der in der Schweiz lebende Rheinländer einen exzellenten Eindruck hinterlassen. "Da hat er ein ungewöhnliches Gespür, wo die Haftgrenze des Fahrzeugs liegt", sagt Theissen und bezeichnet Heidfeld auf solch einem Belag als einen der "weltbesten Piloten".

Allerdings sprang bislang für den Mönchengladbacher bei Prost, Sauber und Jordan nicht mehr als ein dritter Rang beim Großen Preis von Brasilien (2001) heraus. Zweifel kamen dem frühzeitig als Riesentalent geltenden Heidfeld, der bislang im Schatten von Schumacher kaum für Glanzpunkte sorgen konnte, deswegen aber nicht. "Ich habe immer an mich geglaubt", betont er.

Und nun will Heidfeld, der von 1997 an drei Jahre lang als Testfahrer bei McLaren-Mercedes angestellt war und 2000 parallel dazu den Formel-3000-Titel holte, seinen Durchbruch auch in der Königsklasse schaffen. "Das ist die größte Chance meiner Karriere", weiß der ruhig, aber entschlossen wirkende Rheinländer.

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