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Heidfelds Wechsel zum BMW-Team wahrscheinlich

Obwohl er noch keinen Grand-Prix gewonnen hat, gehört Nick Heidfeld zu den großen Gewinnern dieser Saison.

dpa MAGNY-COURS. Obwohl er noch keinen Grand-Prix gewonnen hat, gehört Nick Heidfeld zu den großen Gewinnern dieser Saison.

Mit seiner ersten Pole-Position auf dem Nürburgring sowie den beiden zweiten Plätzen beim Klassiker in Monaco und beim Eifelrennen hat der lange unterschätzte und etwas unscheinbare Mönchengladbacher für Furore gesorgt. "Mein Standing in der Formel 1 hat sich enorm verbessert", sagte Heidfeld der dpa in Magny-Cours. "Alles ist sehr, sehr positiv."

Daran ändert auch sein durch technische Probleme bedingter enttäuschender 14. Platz beim Großen Preis von Frankreich nichts. "Mein Auto war heute extrem schwierig zu fahren", sagte der BMW-Williams-Pilot, der Rekord verdächtige sechs Mal die Box ansteuern musste. Beim Heimrennen seines britischen Rennstalls am 10. Juli in Silverstone hofft Heidfeld, diese Pleite wettmachen zu können.

Noch vor einem Jahr drohte "Quick Nick" der Karriereknick beim drittklassigen Jordan-Team. Dank massiver BMW-Unterstützung und anderer für ihn glücklicher Umstände nahm Teamchef Frank Williams Heidfeld unter Vertrag. Bei den Blau-Weißen blüht der 28-Jährige regelrecht auf und überzeugte auch seine schärfsten Kritiker, dass er durchaus das Talent zum Top-Piloten hat. "Wir sind mit Nick sehr zufrieden", lobte Williams seinen Angestellten.

Um seine Zukunft nach der Trennung der britisch-bayerischen Partner zum Saisonende macht sich Heidfeld keine Sorgen. Er gehört plötzlich zu den begehrten Kandidaten im noch nicht richtig in Schwung gekommenen Transferkarussell. Williams hat eine Option auf den Deutschen für 2006 "als Rennfahrer", wie der Teamchef in Magny-Cours bestätigte. Das heißt, der Brite kann Heidfeld nicht zum Testpiloten degradieren, um ihn für das künftig eigenständige BMW-Team zu blockieren oder besonders teuer zu machen.

"Wir haben noch nicht entschieden, ob wir die Option ziehen", sagte Williams. Da der Brite schon im Vorjahr unbedingt seinen Landsmann Jenson Button verpflichten wollte, der nach dieser Saison bei BAR-Honda frei sein dürfte, spricht vieles gegen eine Vertragsverlängerung mit Heidfeld.

BMW kann dies nur recht sein, auch wenn offiziell kein Interesse an Heidfeld bekundet wird. "Wir haben noch nicht über die Fahrer gesprochen", versicherte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Natürlich gibt es ein paar Namen, aber wir haben sechs Monate Zeit."

Heidfeld muss sich "aus vertraglichen Gründen" beim heiklen Vertragsthema zwar zurückhalten, sein Kommentar zum Kauf des Sauber-Teams durch den Automobilkonzern spricht jedoch Bände. "Es freut mich für Sauber und BMW. Beide bekommen, was sie wollen", sagte er. "Ich fuhr drei Jahre für Sauber und habe noch sehr gute Kontakte." Vieles spricht dafür, dass Heidfeld im nächsten Jahr ebenfalls bekommt, was er will: Ein Cockpit bei BMW.

Auf der Straße wird Heidfeld jedenfalls nicht stehen. Sein Manager Werner Heinz erklärte: "Nick fährt nächstes Jahr definitiv Formel 1. Wir haben mehrere Optionen." Neben der eher unwahrscheinlichen Variante Williams sind BAR im Fall eines Button-Wechsels und Red Bull Racing weitere Alternativen, sollte es mit dem Wunschteam BMW doch nichts werden.

Heidfeld sieht dem Ganzen gelassen entgegen und rechnet nicht mit einer Überraschung. Eine solche erwartet ihn allerdings in einem Monat: Dann wird der seit Jahren mit Patrizia liierte Rennfahrer erstmals Papa. "Wir wollen nicht wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird", sagte er. "Wir lassen uns überraschen."

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