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Helfer sollen Ullrich über die Tour-Berge tragen

Für Jan Ullrich ist sein T-Mobile-Team die "vielleicht stärkste Mannschaft der Welt". In der ab Samstag beginnenden Tour de France peilen die Bonner daher einzig und allein den Gesamtsieg ihres Frontmannes an.

Es ist wohl die letzte Chance für Jan Ullrich, seinen großen Rivalen Lance Armstrong bei der Tour de France in die Knie zu zwingen. Die nach Ullrichs Ansicht "vielleicht stärkste Mannschaft der Welt" soll ihm dabei helfen. "Wir fahren zu 100 Prozent auf Gelb. Drei Fahrer unserer Mannschaft standen in Paris bereits auf dem Treppchen. Da kann nur der Gesamtsieg das Ziel sein", beschreibt Manager Olaf Ludwig die Marschroute für die am Samstag in Fromentine beginnende Frankreich-Rundfahrt.

Nach acht Jahren soll es bitteschön wieder das Gelbe Trikot für den Bonner Radrennstall sein, der Sieg in der Mannschaftswertung wie im Vorjahr wäre diesmal nur ein schwacher Trost. Für das große Ziel werden alle Kräfte gebündelt. Da bleibt auch kein Platz für verdiente Fahrer wie Erik Zabel, der in den vergangenen elf Jahren mit seinen zwölf Etappensiegen und sechs Grünen Trikots oftmals die Kohlen aus dem Feuer geholt hat.

Ansteigende Form

Hoffnung macht vor allem das Formbarometer bei Kapitän Jan Ullrich. Gewissenhafter als im Vorjahr hat sich der Tour-Sieger von 1997 diesmal vorbereitet. Keine Negativschlagzeilen über Formschwäche oder Übergewicht bestimmten diesmal den dreimonatigen Anlauf auf die "Grand Boucle". "Ich bin besser drauf als letztes Jahr. Meine Form ist ansteigend. Das ist ein gutes Zeichen", analysierte Ullrich, der bei der Tour de Suisse als Generalprobe auf den dritten Platz fuhr.

Und so ist die Hierarchie im Team erst einmal auch festgelegt. "Jan ist nun mal der Talentierteste. Er hat in der Vorbereitung alles getan, um in optimaler Verfassung am Start zu sein", sagt der scheidende Teamchef Walter Godefroot, der als Joker aber auch den angriffslustigen Kasachen Alexander Winokurow und den Vorjahreszweiten Andreas Klöden in der Hinterhand hält. "Wichtig ist, dass einer von T-Mobile die Tour gewinnt", meint Winokurow und kündigt bereits Attacken auf den sechsfachen Sieger Armstrong an.

Sorgenkind Klöden

Blieb es um Ullrich in der Vorbereitung ruhig, so entwickelte sich Freund Klöden umso mehr zum Sorgenkind. Wegen Formschwäche wurde der Cottbuser zwischenzeitlich aus dem Kader gestrichen. Ein Höhentrainingslager soll die Ursache für die schwachen Auftritte im Frühjahr gewesen sein. Klöden selbst sieht sich inzwischen bei 90 bis 95 Prozent.

Mag die Kapitänsfrage von Etappe zu Etappe neu geklärt werden müssen, so ist die Rollenverteilung bei den restlichen sechs Akteuren klar. Der Spanier Oscar Sevilla und Giuseppe Guerini aus Italien sollen im Hochgebirge die Stars nach Kräften unterstützen, Debütant Stephan Schreck (Erfurt), Matthias Kesssler (Nürnberg), Tobias Steinhauser (Scheidegg) und Daniele Nardello (Italien) sind für die Tempo-Arbeit zuständig.

Alterschnitt bei über 30

Dass der Altersschnitt bei über 30 Jahren liegt, stört Sportdirektor Mario Kummer indes nicht: "Wir haben die beste Mannschaft am Start." In der ersten Woche wird es darauf ankommen, wie sich Ullrich und Co. im Zeitfahren präsentieren. Zum Auftakt wartet gleich ein 19 km langes Einzelzeitfahren (Kummer: "Da wird jeder bereits eine Hausnummer haben"), drei Tage später folgt das Teamzeitfahren. Ullrich sieht dabei seine Mannschaft im Gegensatz zu den Vorjahren nicht im Nachteil: "Diesmal haben wir Leute dabei, die durchziehen können."

© SID

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