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Henin-Hardenne krönt Comeback mit French-Open-Sieg

Justine Henin-Hardenne hat mit ihrem zweiten Sieg bei den French Open ihr atemberaubendes Comeback gekrönt und die Konkurrenz gedemütigt.

dpa PARIS. Justine Henin-Hardenne hat mit ihrem zweiten Sieg bei den French Open ihr atemberaubendes Comeback gekrönt und die Konkurrenz gedemütigt.

Nur drei Monate nach ihrer Rückkehr auf die Tennis-Tour gewann die Belgierin ihren zweiten Titel in Paris nach 2003 und ihr insgesamt viertes Grand-Slam-Turnier. Die Französin Mary Pierce, mit 30 Jahren und fünf Monaten älteste Grand-Slam-Finalistin seit Martina Navratilova 1994 in Wimbledon, war im Endspiel keine Gegnerin für die mit 867 000 Euro belohnte Siegerin. Fünf Jahre nach ihrem einzigen Titelgewinn in Paris verlor Pierce vor heimischem Publikum 1:6, 1:6 in nur 62 Minuten.

"Ich bin traurig, dass das Match so schnell vorbei war. Aber ich bin auch glücklich, dass ich überhaupt im Endspiel stand", sagte Pierce, die bei ihrer Dankesrede in Tränen ausbrach. Nach zahlreichen Verletzungen und persönlichen Problemen hat sich die Australian-Open-Siegerin von 1995 wieder nach oben gearbeitet. Sie wird erstmals seit vier Jahren wieder unter den besten 15 Spielerinnen der Welt zu finden sein.

Justine Henin-Hardenne kehrt nach ihrem 23. Turniersieg als Siebte zurück in die Top Ten. Und wenn die kleine Wallonin mit der großen Power so weiter spielt, wird sie schon bald wieder die Nummer eins sein. Nach sieben Monaten Pause wegen einer langwierigen Viruserkrankung und einer Knieverletzung beherrscht sie die Szene fast nach Belieben. Seit März hat sie nur eins von 28 Matches verloren. Auf Sand blieb sie in diesem Jahr unbezwungen. Ihr gelangen 24 Siege nacheinander, in Paris unter anderen gegen Wimbledonsiegerin Maria Scharapowa und US-Open-Gewinnerin Swetlana Kusnetzowa.

Es muss ihre Gegnerinnen einigermaßen beschämt haben, dass die durch eine Rückenverletzung gehandicapte Henin-Hardenne nach dem einseitigsten Finale der letzten 17 Jahre (1988 siegte Steffi Graf gegen Natascha Zwerewa 6:0, 6:0) sagte: "Ich bin noch nicht wieder bei 100 Prozent. Ich kann besser spielen."

Besser, aber nicht öfter, denn die 23-Jährige hat ihre Lektion gelernt. Im vergangenen Jahr hatte ein hartnäckiger Blutvirus ihren ausgepowerten Körper befallen. 20 Turniere und 86 Matches im Jahr 2003 forderten ihren Tribut. "Ich war ausgebrannt, denn ich habe nie länger als zwei Wochen Pause gemacht", sagte Henin-Hardenne, die sich noch immer alle zwei Monate Bluttests unterziehen muss. "Ich habe daraus gelernt und werde nicht mehr länger als drei Wochen hintereinander spielen." Vor Wimbledon, dem einzigen Grand-Slam-Turnier, das sie noch nicht gewinnen konnte, sind zwei Wochen Pause angesagt. In Eastbourne hat sie abgesagt.

Die junge Frau mit den harten Zügen ist entspannter geworden: "Tennis ist meine Leidenschaft, und ich bin dankbar dafür, dass ich wieder spielen kann. Ich freue mich von ganzem Herzen über jeden Moment, über jeden Ball, den ich schlagen kann." Die schwere Krankheit war nicht der erste Schicksalsschlag für sie. Ihre Mutter starb früh an Krebs, Justine Henin-Hardenne musste schon als Zwölfjährige deren Rolle in der Familie übernehmen. Dass sie diese schwere Zeit überstanden hat, betrachtet sie heute als Schlüssel zum Erfolg: "Es ist schlimm und traurig irgendwie, aber es hat mich stärker gemacht."

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