„Herminator“ hofft auf sein Glück
Goldform aus der Edel-Disco

Beim Super-G am Samstag wollen die Favoriten Hermann Maier und Bode Miller in puncto Medaillen nichts anbrennen lassen. Heimaturlaub und Edel-Discobesuche sollen für die nötige Goldform sorgen.

HB TURIN. Nach den Außenseitersiegen in Abfahrt und Kombination haben die Topstars im alpinen Ski-Zirkus ihre seelischen und körperlichen Blessuren auf unterschiedliche Art und Weise verarbeitet. Hermann Maier hat seinen Heimaturlaub beendet, Kjetil Andre Aamodt pflegte sich im Olympischen Dorf gesund und Bode Miller war in Sestriere die halbe Nacht in der Edel-Disco.

"Hundertprozentig beieinander bin ich noch nicht", sagte Maier. Eine Grippe raubte dem Österreicher die Kraft, nun hofft der 33- Jährige seinem Ruf als "Stehaufmännchen" erneut gerecht werden zu können. "Jetzt verlass' ich mich ein bisschen auf mein Glück", sagte er. Bei der Olympia-Abfahrt in Nagano vor acht Jahren flog Maier spektakulär durch die Luft und stand unverletzt wieder auf. 70 Stunden später holte er Gold im Super-G, wurde drei Tage später im Riesenslalom erneut Olympiasieger und zum "Herminator".

Nach einem Motorradunfall drei Jahre später drohte das Karriereende. 2003 kehrt Österreichs Nationalheld mit einem Sieg im Super-G in Kitzbühel triumphal in die Erfolgsspur zurück und schämte sich seiner Tränen nicht. "Ich möchte ein gutes Rennen fahren", sagt Maier vor der vorletzten Olympia-Chance seiner Karriere. Einen Tag vor dem Rennen, in dem einmal mehr keine Deutschen am Start sind, absolvierte der Salzburger im dichten Schneetreiben einen kurzen 30-Sekunden-Lauf. "Ich hab' geschnauft, als wäre es ein 1:20-Minuten-Lauf gewesen."

Während Maier nichts dem Zufall überlässt, suchte Bode Miller nach der Abfahrts-Pleite und der Disqualifikation in der Kombination als Disco-Gänger Entspannung auf seine ihm eigene Art. "Die Olympia- Silbermedaillen von Salt Lake City haben mir absolut gar nichts gegeben", sagte der Ski-Rebell. Etwas anders sieht das Aamodt, der mit sieben Mal Edelmetall erfolgreichste alpine Olympia-Teilnehmer, der wegen einer Knieverletzung nicht an der Kombination teilnehmen konnte: "Als Großvater ist es sicher nett, die Medaillen um sich zu haben."

"Für mich ist Hermann der Topfavorit", sagt Benjamin Raich, bei der WM in Bormio mit fünf Medaillen der überragende Skifahrer. Für seinen Landsmann ist Sestriere ein gutes Pflaster: 2004 siegte er beim Weltcup-Finale nach Platz 18 in der Abfahrt im Super-G auf der "Kandahar Banchetta". 31 Monate nach seinem Motorradunfall gewann er damals zum vierten Mal den Gesamtweltcup.

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