Hertha und Bremen in Lauerstellung - Dortmund hofft noch auf den Uefa-Cup
Zittern um die Champions League

Versöhnen oder versagen - den schwächelnden Champions-League-Anwärtern schlägt die Stunde der Wahrheit. Am letzten Bundesliga-Spieltag wandeln der FC Schalke (60 Punkte) und der VfB Stuttgart (58) auf schmalem Grat.

dpa DÜSSELDORF. Gelingt der Einzug ins Fußball-Schlaraffenland, wird die Kritik an den zuletzt indiskutablen Leistungen verstummen. Hält die Pleitenserie an, drohen schwerwiegende Schäden. Diese Konstellation garantiert nach Einschätzung von Reiner Calmund ein unterhaltsames Finale: "Es werden brutale Nervenspiele. Ich schließe Überraschungen nicht aus", prognostizierte der ehemalige Leverkusener Manager im "Kicker".

Gleich vier Vereine machen sich Hoffnungen, dem neuen deutschen Meister FC Bayern München in die Champions League zu folgen. Die Profis von Hertha BSC (57) und Werder Bremen (56) wittern Morgenluft: Denn die Mitstreiter haben ihren Vorsprung leichtfertig verspielt. Erstellt man eine Tabelle der letzten fünf Spiele, liegen Schalke und Stuttgart lediglich auf den Rängen 15 und 16. Dennoch ist Schalke-Coach Ralf Rangnick vor der Reise nach Freiburg optimistisch: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Jungs sich die Chance noch nehmen lassen. Für dieses Ziel haben wir so viel investiert."

Ein Sieg beim Absteiger macht den verschuldeten Revierclub mit einem Schlag um zwölf Mill. Euro reicher. Als wäre die Aufgabe nicht brisant genug, leistet sich der Tabellenzweite noch eine Personaldebatte zur Unzeit. Intensiv wird in Gelsenkirchen derzeit über die Zukunft von Ailton diskutiert. Aus Frust über sein Reservistendasein hatte der Torjäger einen Vereinswechsel in Erwägung gezogen. Manager Rudi Assauer erinnerte alle Beteiligten an das Wesentliche: "Es geht nur um Schalke und nicht um Toni. Das ist eine Sache, die man nach Freiburg besprechen kann."

Von internationaler Reife waren auch die Stuttgarter zuletzt Lichtjahre entfernt. Als "blutleeren Haufen" bezeichnete Sportmanager Herbert Briem die Mannschaft nach der peinlichen 0:2-Schlappe in Bochum - und sprach vielen Anhängern damit aus der Seele. Um ein Zeichen zu setzen, nahm VfB-Trainer Matthias Sammer erstmals seit sieben Jahren am Mannschaftstraining teil. Trotz seines lädierten Knies grätschte und kommandierte er wie in alten Zeiten. Auf Zurückhaltung der Bayern kann Sammer laut Franz Beckenbauer nicht hoffen: "Wir werden ihnen nichts schenken. Der VfB hat von allen die schwerste Aufgabe."

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