„Heuchler auf der Bank“
Amerell teilt heftig aus

Der jüngst entbrannte Streit zwischen Schiedsrichter und Vereinen im deutschen Profi-Fußball droht zu eskalieren. Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell schimpft, die Fairplay-Diskussion, bei der sich die Trainer hervortun, sei "für den Arsch". Gleichzeitig kündigt etwa Hertha BSC an, Benachteiligungen nicht mehr hinzunehmen.

HB FRANKFURT/MAIN. Mit seiner verbalen Attacke verschärft Amerell die Auseinandersetzung zwischen Clubs und Unparteiischen drastisch. "Diesen Heuchlern auf der Bank sage ich auf gut Bayrisch: Wie der Herr, so das Gescherr. Diese Rasenden auf und neben den Bänken sind das Vorbild für Randgruppentäter auf den Rängen", sagte er in mehreren am Mittwoch veröffentlichten Zeitungsinterviews über Trainer und Vereinsverantwortliche. "Wir haben die Nase gestrichen voll und werden uns die Brutalisierung am Spielfeldrand ab heute nicht mehr gefallen lassen", tönte er.

Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf räumte zwar ein, dass es die Referees derzeit angesichts des Wettskandals nicht leicht hätten. "Aber man darf auch nicht alle Schuld von ihnen weglenken. Sie strahlen einfach nicht mehr die Souveränität wie zu Beginn der Saison aus und treffen zum Teil krasse Fehlentscheidungen", meinte Wolf.

Gegen die Unparteiischen und sogar das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wetterte Hertha BSC. "Bei allem Verständnis für die durch den Wettskandal hervorgerufene, angespannte Situation der Schiedsrichter und des DFB-Sportgerichts, stellt der Verein fest, dass die Benachteiligungen von Hertha BSC nicht länger hingenommen werden", hieß es in einer Pressemitteilung der Berliner, in der sie am Dienstagabend den Einspruch gegen die Zwei-Spiele-Sperre für Dick van Burik durch das Sportgericht bekannt gaben.

Auslöser für Amerells drastische Worte waren Vorfälle im Zweitliga-Spitzenspiel 1860 München - Eintracht Frankfurt (2:1) am Montag, das durch einem umstrittenen Handelfmeter, verursacht von Frankfurts Arie van Lent, entschieden wurde. Frankfurts Pressesprecher Michael Feick soll ständig zwischen den Monitoren des Fernsehsenders "Premiere" und der Trainerbank hin- und hergelaufen sein, woraufhin Coach Friedhelm Funkel die Schiedsrichter-Assistenten traktiert habe.

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