Hightech-Zubehör: Mit Weltraum-Technik zum Weltrekord

Hightech-Zubehör
Mit Weltraum-Technik zum Weltrekord

Das Berliner Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) ist für die deutschen Olympioniken ungefähr so wichtig wie die Abteilung "Q" für den Geheimagenten James Bond.

p>HB TURIN. Das von der FES entwickelte Hightech-Zubehör vereint Weltraum-Werkstoffe, modernste Messtechniken im Windkanal sowie hochwertige Fertigungs-Technologien. "Damit verfügen wir über einen wissenschaftlich-technischen Background, der die Gewähr bietet, dass der Leistungsfaktor Sportgerät den deutschen Athleten auch künftig Chancengleichheit bzw. einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten bietet", sagt FES-Direktor Harald Schaale.

Gefertigt wird in der noch immer geheimnisumwitterten Medaillen- Schmiede in Oberschöneweide stets im Olympia-Zyklus. So musste der Viererbob-Olympiasieger Andre Lange seinen 75 000 Euro teuren "403" von Salt Lake City, der ihm auch zu drei WM-Titeln verholfen hat, aufs Abstellgleis schieben. Nun soll der am Fahrwerk modifizierte und mit neuer Haube ausgestattete "404" Garant für Olympia-Gold werden. "Auch wenn viele denken, die Bobs sind auf Grund der Reglementierung ausgereift: Es ist wie in der Autoindustrie, es gibt ständig Verbesserungen", meint FES-Ingenieur Michael Nitsch.

Fünf von sechs deutschen Bobs, die in Cesana an den Start geschoben werden, stammen aus der FES-Schmiede. Selbst Susi Erdmann, die bislang den Zweierbob von Christoph Langen fuhr, "sattelte" erst vor wenigen Wochen um. "Mit dem 206er ist uns ein sehr gutes Gerät gelungen", sagt Nitsch. Die Konkurrenz verfolgt die Kufen-Künste der Berliner, die mit 2,9 Mill. Euro jährlich zu 90 Prozent durch den Bund finanziert werden, ganz genau. "Die Deutschen haben das FES und die Bundeswehr als Sponsor, sie müssten eigentlich unschlagbar sein", stellte der Schweizer Christian Reich anerkennend fest. Der Olympia- Zweite von 2002 trainiert seit vier Jahren die Monegassen und baut selbst Bobs.

Ein von Anni Friesinger signiertes Plakat im Flur der kleinen "Wunder-Fabrik" belegt die Dankbarkeit des Eisschnelllauf-Stars für die Arbeit der 52-köpfigen FES-Crew, die vor vier Jahren in Salt Lake City an 17 von 36 deutschen Olympia-Medaillen beteiligt war. Auch in Turin schwört die Inzellerin auf das auf einem Karbon-Segment fußende "Torpedo-System" ihres Schlittschuhs.

Seite 1:

Mit Weltraum-Technik zum Weltrekord

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%