Hinter den Kulissen des America's Cup
Sieger, Verlierer und Verrückte

Der Kampf zwischen Alinghi und dem hochmotivierten Herausforderer-Team aus Neuseeland ist noch nicht vorbei. Aber schon jetzt gibt es Sieger und zweite Sieger beim Rennen um die begehrte Kanne. Ingo Petz war von Anfang an dabei und hat sich so seine Notizen gemacht.

Die Highend-Verlierer: BMW Oracle Racing
O je, o jemine! Das katastrophale Scheitern des reichsten America?s- Cup-Teams im Halbfinale des Louis Vuitton Cup bietet genug Stoff für eine antike Tragödie über Macht, Hybris und zerstörte Träume. Für Chris Dickson, der mit drei Jobs (Steuermann, Skipper, CEO) der mächtigste, bestbezahlte und sicher auch überfordertste Segler im Cup- Zirkus war, dürfte das wohl das Ende gewesen sein. 20 Jahre ist der Neuseeländer mit dem dämonischen Blick dem Traum hinterhergejagt. Larry Ellison, Teambesitzer und Supermilliardär, hat angekündigt, dass er wieder dabei sein wird, wenn es um den 33. Cup geht. Immerhin haben es die Wissenschaftssegler geschafft, mit einem Highend-Etat von über 150 Millionen Euro einen Titel zu ergattern: den des größten Verlierers im 32. America?s Cup!

Vom Traum zum Albtraum: das United Internet Team Germany
Das erste deutsche Cup-Team in über 156 Jahren. Nach mindestens sechs gescheiterten Anläufen. Und dann so eine Pleite! Zehnter und damit vorletzter Platz im Louis Vuitton Cup. Sportlich gesehen war das deutsche Team ein ordentlicher Schuss in den Ofen, ansonsten auch. Denn das von dem Westerwälder Internet-Guru Ralph Dommermuth mit 50 Millionen Euro unterstützte Unternehmen wirkte insgesamt so inspiriert wie ein ausgelatschter Turnschuh. Kein Esprit, keine Leidenschaft, keine Explosion. Skipper Jesper Bank nahm seinen Hut. Teamchef Michael Scheeren versprach: "Beim nächsten Mal muss alles anders werden."

Launischer Spielverderber: der Wind
Man muss sich fragen, ob man den Wind noch ernst nehmen kann. Neun Ausfalltage bescherten dem Cup einen nicht so guten Start. Dabei sollte der Cup nach Willen von Alinghi doch größer, besser und schöner werden. Eine launische Seebrise vermieste den Seglern die Arbeit, dazu dem Fernsehen, den Sponsoren und dem America?s- Cup-Management die Laune. Letzteres bezog heftig Prügel, vor allem von denen, die alles besser gewusst und Valencia sowieso für ein schlechtes Segelrevier gehalten hatten. Eine Erkenntnis blieb auch in dieser Zeit der stürmischen Diskussionen unumstößlich: Es wird nur gesegelt, wenn es Wind gibt.

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