Hockey International
Hockey-Weltmeister müssen sich für Peking beweisen

Weltmeister sind sie bereits, nun wollen die deutschen Hockey-Herren auch Olympia-Gold. Bei der Champions Trophy wird ab heute der Kampf um die Kaderplätze für Peking eröffnet.

Großer Druck auf den Spielern, aber die Ergebnisse sind egal. Was sich vor der Champions Trophy ab heute in Rotterdam zunächst paradox anhört, macht mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking Sinn. Unmittelbar nach dem Einladungsturnier der sechs weltbesten Hockeyteams in den Niederlanden will Bundestrainer Markus Weise seine 16 Olympiafahrer plus zwei Ersatzleute benennen.

Die Titelverteidigung ist Weise deshalb in den Spielen gegen Argentinien (heute, 13.00), die Niederlande, Südkorea, Spanien und Australien völlig egal. "Inhalt geht vor Platzierung, notfalls werden wir Fünfter", erklärte der Mannheimer, "wir werden spielerisch ein paar Dinge testen und taktisch arbeiten."

Dabei muss er auf zwei eigentlich gesetzte Spieler verzichten. Stürmerstar Christopher Zeller (Rot-Weiß Köln) kann nach zwei Knieoperationen noch nicht spielen, Innenverteidiger Max Müller (Nürnberger HTC) fällt nach einer Handverletzung aus.

Weise kündigt harten Lehrgang an

Beide müssen beim abschließenden Lehrgang in Barcelona vom 16. bis 21. Juli nachweisen, dass sie voll belastbar sind. "Beide fahren auch mit zur Trophy, um an den Mannschaftssitzungen teilzunehmen, sie sind bereits im Rehatraining", sagte Weise, "es gibt eine realistische Chance, dass sie es schaffen."

Überhaupt passt Weise die Trophy mitten in der Olympiavorbereitung nicht in den Kram. Anschließend gibt es deshalb eine Regenerationsphase, bevor es in Barcelona mit dem endgültigen Kader richtig zur Sache geht und nochmal zwei Tests gegen Spanien anstehen. "Dieser Lehrgang wird relativ hart ausfallen", kündigte Weise an.

Am Donnerstag ist er mit 18 Spielern aufgebrochen. Nicht dabei ist auch Torwart Christian Schulte, der ebenfalls noch in der engeren Olympiawahl steht. Da für Peking nur 16 Stammspieler benannt werden dürfen, fallen aus diesem "Trophy-Kader" also noch fünf Spieler raus.

Weise: "Wird eine ganz harte Entscheidung"

"Es wird eine ganz harte und schwierige Entscheidung, Gott sei Dank. Die Gruppe ist sehr homogen", sagt Weise, der sich überhaupt noch nicht in die Karten schauen lassen will: "Momentan bin ich bei viereinhalb festen Nominierungen. Christopher Zeller ist die halbe. " An Mannschaftskapitän Timo Weß, Regisseur Tibor Weißenborn (beide RW Köln), Verteidiger Sebastian Biederlack (Alster Hamburg) und Stürmer Matthias Witthaus (Crefelder HC) dürfte es keine Zweifel geben.

Doch vor Überraschungen ist bei den Hockeyspielern niemand sicher. Vor vier Jahren schockte Weises Vorgänger Bernhard Peters mit seiner Entscheidung, den ehemaligen Welthockeyspieler und Weltmeister Michael Green nicht mit nach Athen zu nehmen, dessen großartiger Karriere so das passende Ende versagt blieb.

© SID

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