Hockey Nationalmannschaft
Damen-Bundestrainer Weise könnte auf Peters folgen

Bei der Suche nach einen Nachfolger des scheidenden Bundestrainers Bernhard Peters scheint der Deutsche Hockey Bund in den eigenen Reihen fündig geworden zu sein. Damen-Bundestrainer Markus Weise könnte Peters beerben.

Nach 21 Jahren Dienstzeit beim deutschen Hockey-Bund sitzt Bundestrainer Bernhard Peters bei der Weltmeisterschaft in Mönchengladbach zum letzten Mal auf der Trainerbank der Herren-Nationalmannschaft. Den Diplom-Sportlehrer zieht es zum Fußball und sein verlassener Verband sucht einen Nachfolger.

Allem Anschein nach hat er ihn jedoch längst gefunden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich Nein sage, wenn man mich fragt", sagte Damen-Bundestrainer Markus Weise: "So einen Job bekommt man nicht jede Woche." Weise aber hat zuvor noch eine wichtige Aufgabe vor sich. Vom 27. September bis 8. Oktober findet in Madrid die Damen-WM statt, bei der er mit seinen "Golden Girls" als einer der Mitfavoriten startet.

Stillschweigen beim DHB

Beim DHB sind deshalb alle Verantwortlichem einem Stillschweigeabkommen unterworfen. "Wir werden unser neues Trainerteam nach der Damen-WM Ende Oktober vorstellen", meinte DHB-Präsident Stephan Abel. Auch Generalsekretärin Uschi Schmitz hält die offizielle Linie eisern durch: "Wir haben mit mehreren Kandidaten gesprochen, aber es gibt definitiv noch keine Entscheidung. Es geht schließlich auch um ein Gesamtkonzept.

Es wird ja nicht nur der neue Herrencoach gesucht. Peters Assistenztrainer Thorsten Althoff wechselt nach der WM in die Bundesliga zum Crefelder HC, und wenn Weise einen Geschlechtertausch vornimmt, wird auch die Stelle des Damencoaches frei. Ob Juniorinnen-Trainer Michael Behrmann, der mit der U21 gerade Europameister geworden ist, bereits aufrückt, scheint fraglich. Eher könnte der Hamburger an Stelle von Ulli Forstner die männlichen Junioren übernehmen.

So scheint es erstmals in der Geschichte des DHB sogar möglich, einen ausländischen Trainer zu verpflichten. Jedenfalls würde das nicht an finanziellen Forderungen scheitern. Der Name des niederländische Damencoaches Jan Lammers beispielsweise fällt immer mal wieder, und der australische Torschusstrainer der deutschen Herren, Andrew Meredith, genießt einen exzellenten Ruf. Australiens Erfolgstrainer Ric Charlesworth, der die Aussies zu zwei Olympiasiegen führte, sucht auch wieder einen Job im Hockey.

Weise im Vorteil

Das Anforderungsprofil für den Herren-Trainer aber spricht klar für Weise. Peters war ja nicht allein für die Vorbereitung der Mannschaft zuständig, sondern bestimmte das gesamte Trainings- und Ausbildungskonzept des DHB für alle Geschlechter und Altersklassen, so wie er es nach dem Wunsch von Jürgen Klinsmann auch beim DFB hätte tun sollen. "Es hat sich als sinnvoll erwiesen, dass der Herren-Bundestrainer das Gesamtkonzept verantwortet", sagt Abel, "auch wenn er nicht gleich wie Peters einen Vorstandsposten bekommen wird".

Vorgespräche mit Weise hat es wie mit anderen Kandidaten auch schon gegeben. "Mein Plan sah anders aus, ich hatte gehofft, dass der Kollege Peters bis zu den Olympischen Spielen 2008 weitermacht", sagte der 43-Jährige: "Aber ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich in Zukunft gerne mal den Herren-Job haben möchte."

© SID

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