Hockey Nationalmannschaft
Hockey-Frauen trotzen Niederlande Remis ab

Mit einem kleinen Erfolgserlebnis beendeten die deutschen Hockey-Frauen die Vorrunde bei der Weltmeisterschaft. Der Olympiasieger trotzte Gruppensieger Niederlande beim 0:0 den ersten Zähler ab.

Zwei Jahre nach dem Gold von Athen spielen die deutschen Hockey-Damen bei der 11. Weltmeisterschaft in Madrid nur noch um die Plätze fünf bis acht. "Besser sind wir nicht", sagte Bundestrainer Markus Weise: "Wir haben es nicht verdient, im Halbfinale zu stehen."

An der Beurteilung änderte auch der Teilerfolg (0:0) gegen den Topfavoriten Niederlande zum Abschluss der Vorrundengruppe A nichts. Das Team schloss die Vorrunde auf Platz vier ab. Bereits am Tag zuvor hatten die Olympiasiegerinnen mit dem 0:1 (0:0) gegen England die angestrebte Vorschlussrunde endgültig verpasst. Deutschland spielt nun in Überkreuzspielen um die Plätze fünf bis acht. Nächster Gegner ist am Freitag (14.00) der Weltranglisten-Zwölfte USA. Bei einem Erfolg stünde am Samstag (16. 30) das Spiel um Platz fünf an. Vor vier Jahren belegte das Team bei der WM in Perth nur den siebten Rang.

"Mit Platz fünf könnte ich gut leben", sagte der Coach: "Mir war vorher klar, dass wir nur oben mitspielen können, wenn wir 100 Prozent umsetzen, wir haben aber nur etwa 70 Prozent gebracht." Defizite in der Athletik, zu wenig Durchschlagskraft vor dem Tor und eine schwache Strafeckenverwertung, dazu das Pech mit den Verletzungen von Nadine Ernsting-Krienke und Tina Bachmann, die nicht gleichwertig zu ersetzen waren - die Gründe für das enttäuschende Abschneiden sind jedem klar.

Team steht vor einem Neuanfang

In den drei Jahren unter Coach Weise gewann das Team bei jedem Großereignis eine Medaille, zum Abschluss einer Ära ging es nun leer aus. Denn die Mannschaft steht vor einem Neuanfang. Einige ältere Spielerinnen werden wohl aufhören. Vor allem aber ist es ein offenes Geheimnis, dass der Trainer als Topfavorit auf die Nachfolge von Bernhard Peters als Coach der Weltmeister-Herren gilt.

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hält zwar eisern daran fest, frühestens Mitte Oktober seine Personalplanung bekannt zu geben, Präsident Stefan Abel aber hielt schon sowas wie ein Plädoyer für den Mannheimer: "Nach Peters Weggang ist Weise der wichtigste und entscheidende Trainer in unserem Stab. Er ist eine Schlüsselfigur und hat schon bewiesen, dass er mit Damen und Herren umgehen kann."

Weise war schließlich unter anderem 2002 Assistent von Peters beim ersten WM-Triumph der Männer in Kuala Lumpur. "Ich habe noch kein Angebot vom DHB erhalten", sagte der 42-Jährige erneut - es wird aber wohl kommen. Bis dahin macht er sich noch Gedanken um die Damen. Mit der Champions Trophy im Januar in Südafrika beginnt bereits der nächste Olympiazyklus bis Peking 2008. Im August 2007 steht bei der EM in Manchester schon eine Olympia-Qualifikation an.

"Wir müssen nach der WM über die nächsten zwei Jahre nachdenken und eine Grundsatzentscheidung treffen", sagte Weise und klang ein wenig wie der sportliche Vordenker des DHB, der er werden könnte: "Eventuell müssen wir drastisch verjüngen und riskieren, erst über das Qualifikationsturnier 2008 nach Peking zu kommen. Wir brauchen auf jeden Fall ein noch konkurrenzfähigeres Team."

© SID

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