Hockey Nationalmannschaft
Hockey-Teams wollen über Manchester nach Peking

Die deutschen Hockey-Nationalteams stehen vor der Europameisterschaft in Manchester. Beide Bundestrainer gehen optimistisch in das Turnier, das auch als Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking dient.

Minimalziel Platz drei: Heute beginnen in der nordenglischen Stadt Manchester die elften Feldhockey-Europameisterschaften, für die Teams des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) aber ist der Titel nur Nebensache. Es geht um einen Platz auf dem Treppchen, denn die besten drei Teams qualifizieren sich für die Olympischen Spiele 2008 in der chinesischen Hauptstadt.

"Der Titelgewinn wäre eine Zugabe", sagt Herren-Bundestrainer Markus Weise, "Manchester ist vor Olympia eigentlich nur eine Durchgangsstation." Im Grunde genommen kann für die erfolgsverwöhnten DHB-Teams ja auch nichts schiefgehen. Die Olympiasieger-Damen haben bislang nur 1987 einmal schlechter als Platz drei abgeschnitten, die Herren noch nie. Sechsmal haben sie den Titel gewonnen und sind zudem amtierender Weltmeister.

Sollte in Manchester dennoch das direkte Peking-Ticket verpasst werden, gibt es im Frühjahr noch die Chance, bei einem Qualifikationsturnier nachzurücken. Aber das will im DHB wirklich keiner, es würde alle Terminplanungen für die Bundesliga und die Olympiavorbereitung völlig über den Haufen werfen.

Niederlande, Spanien und England als Stolpersteine

Den Männern droht von der Papierform her die größere Gefahr: In den Niederlanden, Titelverteidiger Spanien und Gastgeber England sind drei ernstzunehmende Gegner mit im Turnier. Spanien und die Niederlande könnten dabei Halbfinalgegner des deutschen Teams werden, England wartet bereits am Mittwoch zum Abschluss der Vorrunde. "Die Engländer dürfen wir insbesondere wegen des Heimvorteils nicht unterschätzen", sagt Mannschaftskapitän Timo Weß.

Gegen die anderen Vorrundengegner Tschechien und Belgien ist Deutschland klarer Favorit. Gegen die Tschechen steigen die DHB-Männer am Sonntag (11.00 Uhr Mesz) in das Turnier ein. "Für uns sind sie die großen Unbekannten", sagt Weise, "ich denke aber nicht, dass sie in den Kampf ums Halbfinale eingreifen werden."

Unbekanntes Aserbaidschan zum Auftakt

Auch die deutschen Damen starten gegen ein unbekanntes Team in die EM. Bereits heute (14.00 Uhr Mesz) ist Aserbaidschan erster Gegner der Olympiasiegerinnen und ihres neuen Trainers Michael Behrmann. Der Aufsteiger aus der B-Gruppe war erst einmal 2003 in einem Freundschaftsspiel Gegner der DHB-Auswahl. Das Vereinsteam von Meister Ata Sport HC Baku sorgte allerdings über Pfingsten beim Europacup für Aufsehen, als sie im Spiel um Platz drei gegen den Berliner HC erst im Siebenmeterschießen verloren.

Behrmann und seine Frauen sollten dennoch den einfacheren Weg ins Reich der Mitte haben. Titelverteidiger und Weltmeister Niederlande ist der Topfavorit, könnte wie Gastgeber England aber frühestens im Halbfinale auf das deutsche Team treffen. Schwerster Vorrundengegner ist sicherlich Spanien, auf das das deutsche Team zum Abschluss der Gruppenphase am Dienstag trifft. Die Ukraine ist krasser Außenseiter.

"Die Spanierinnen haben wir in der Vorbereitung zweimal geschlagen", sagt Behrmann, der optimistisch nach Manchester fährt. "Wir haben gesehen, dass wir auch gegen die Niederlande eine Chance haben, wenn alles zusammenpasst", sagt der Hamburger, der seine Damen in der Vorbereitung auch mit Drachenbootfahren und Bogenschießen auf die gemeinsame Aufgabe einschwor: "Wichtig ist nur, dass wir erst im Endspiel auf Holland treffen. Auf ein Spiel um Platz drei habe ich keine Lust."

© SID

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