Hockey WM
Auch DHB-Frauen peilen WM-Titel an

Nach dem Sieg der deutschen Hockey-Herren wollen auch die "Golden Girls" bei der heute beginnenden WM in Madrid den Titel holen. Zum Auftakt trifft die Mannschaft von Trainer Markus Weise auf Gastgeber Spanien.

Bei der heute beginnenden Hockey-Weltmeisterschaft in Madrid wollen die deutschen Frauen ihren männlichen Kollegen nacheifern und den Titel gewinnen. Entsprechend selbstbewusst präsentieren sich die "Golden Girls" auch vor dem Auftakt des Turniers. "Ich weiß, dass wir mit jeder Mannschaft auf der Welt mithalten können", formuliert Mandy Haase (Rüsselsheim) eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Gleich zum Auftakt (16.00 Uhr) steht für die Mittelfeldspielerin und ihre 17 Kolleginnen in der Partie gegen Gastgeber Spanien eine kniffelige Aufgabe an. Die Gastgeberinnen sind zwar von der Papierform her nur Außenseiter, aber zuhause immer gefährlich. Ausrutscher kann sich das Team von Bundestrainer Markus Weise in der stark besetzten Gruppe A jedoch nicht erlauben. "Wir haben die Niederlande und China als Topfavoriten im Pool", sagt der Coach, "und auch England ist sehr gefährlich."

"Ich erwarte eine mehr familiäre Veranstaltung"

Seit Sonntag ist das deutsche Team in der spanischen Hauptstadt, nachdem es sich bereits Anfang September an den Kunstrasen und die Verhältnisse im Club de Campo gewöhnen konnte. "Der Platz ist gut und schnell", sagt der Coach, "sonst aber wird das mit Mönchengladbach nichts zu tun haben, ich erwarte eine mehr familiäre Veranstaltung."

Mit dem Gewinn der Champions Trophy Ende Juli haben sich die Olympiasiegerinnen auch in den Kreis der WM-Favoritinnen gespielt und belegen zurzeit Platz drei in der Weltrangliste - wie die Männer vor dem WM-Turnier. "Dass wir wir eine tolle Trophy gespielt haben, heißt noch gar nichts", sagt Weise, "wir müssen uns jetzt von Neuem beweisen."

Nach dem Spanien-Spiel wartet am Freitag Außenseiter Indien, bevor es in den Spielen am Sonntag gegen China, Dienstag gegen England und Mittwoch gegen Europameister Niederlande um die Halbfinalteilnahme geht. "Wir sollten vor dem Spiel gegen Holland bereits genug Punkte haben" wünscht sich Weise.

Titelverteidiger Argentinien, Australien und Südkorea sind in Gruppe B favorisiert. "Auch bei den Frauen ist die Weltklasse viel enger zusammengerückt", meint Weise: "Es kommen inzwischen mehrere Teams für das Halbfinale in Frage."

Weise als Nachfolger von Peters im Gespräch

Dennoch ist es dem Mannheimer mit Platz zwei bei der EM 2005 und nun dem Trophy-Triumph gelungen, das Überraschungsteam der letzten Olympischen Spiele international auf höchstem Niveau zu etablieren. Kein Wunder, dass der 43-Jährige als heißester Kandidat für die Nachfolge von Bernhard Peters beim deutschen Männerteam gilt. Gespräche hat es bereits gegeben, seine Entscheidung will der Deutsche Hockey-Bund (DHB) erst nach der WM verkünden.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich nein sage, wenn der DHB mich fragt", erklärte Weise: "So einen Job bekommt man nicht jede Woche angeboten."

Doch bis es so weit ist, gilt die volle Konzentration der nächsten Aufgabe, auch die Spielerinnen wollen sich vom möglichen Abschied ihres Coaches nicht beeinflussen lassen. "Wir spielen jetzt die WM, alles andere ist egal", sagt die Rüsselsheimerin Silke Müller: "Und wenn es so weit ist, dass Markus wirklich geht, werden wir uns schon was einfallen lassen."

© SID

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