Hockey WM
DHB-Damen starten mit Niederlage in die WM

Bei der Hockey-Weltmeisterschaft der Damen hat die deutsche Mannschaft einen Fehlstart hingelegt: Der Olympiasieger unterlag Gastgeber Spanien in Madrid überraschend mit 0:1.

Auch wenn es erst das Auftaktspiel war, könnte die Niederlage zu Beginn der elften Weltmeisterschaft in Madrid für die deutschen Hockeydamen bereits Folgen haben. Durch die unerwartete 0:1 (0:0)-Pleite gegen Gastgeber Spanien im ersten Vorrundenspiel in der schweren Gruppe A haben sich die Chancen auf das Halbfinale jedenfalls deutlich verschlechtert. Deutschland beherrschte zwar über weite Strecken die Partie, konnte seine klaren Chancen aber nicht nutzen. Huertas Soler (57.) traf schließlich mit der sechsten Strafecke für die nur an Platz zehn der Weltrangliste geführten Spanierinnen.

"Die Mannschaft hat heute höchstens 70 Prozent ihrer Möglichkeiten abgerufen", sagte Bundestrainer Markus Weise nach der enttäuschenden Partie, "wir waren insgesamt nicht aggressiv genug und haben zu viel in der eigenen Hälfte gespielt."

Fingerbruch bei Ernsting-Krienke

Ein weiterer Rückschlag war die Verletzung von Rekordnationalspielerin Nadine Ernsting-Krienke, die mit Verdacht auf Fingerbruch ins Krankenhaus musste und für die das Turnier eventuell bereits zu Ende ist. Kerstin Hoyer musste nach einem Zusammenprall mit einer Spanierin mit fünf Stichen über der rechten Augenbraue genäht werden, konnte das Match mit einem "Turban" aber fortsetzen.

In China und den Niederlanden spielen zwei absolute Turnierfavoriten in Gruppe A mit um den Weg unter die letzten Vier. Auch England schätzt Bundestrainer Markus Weise hoch ein. Seine Mannschaft muss nun am Freitag (18.00) auf jeden Fall gegen Außenseiter Indien gewinnen, um nicht frühzeitig alle Halbfinalchancen einzubüßen. Die Asiatinnen verloren ihr Auftaktspiel gegen die Holländerinnen mit 2:3 (0:3) nur knapp. "Wenn ich meinen Job als Coach gut mache, spielen wir dann mit einer anderen Einstellung, gewinnen und sind noch dabei", sagte Weise.

Deutsches Team übernimmt sofort das Kommando

Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um 30 Grad begannen die "Golden Girls" das Spiel auf der noblen Anlage des Club de Campo sehr konzentriert und übernahmen sofort das Kommando. Bereits in der zehnten Minute hatte Fanny Rinne bei der ersten Strafecke die Chance zur Führung, die Neu-Berlinerin schoss die Kugel jedoch knapp am Tor vorbei.

Mit zunehmender Spieldauer erarbeiteten sich die Olympiasiegerinnen immer mehr Spielanteile, während Spanien defensiv stand und auf Konterchancen wartete. In der 25. Minute hatte Janine Beermann nach einem über Rinne und Nadine Ernsting-Krienke vorgetragenen Angriff die größte Torgelegenheit. Die Leverkusenerin verfehlte das spanische Gehäuse jedoch. Auch Katharina Scholz und Maike Stöckel blieben in der 32. Minute erfolglos.

Fehlende Durchschlagskraft im deutschen Angriff

"Wir waren insgesamt zu passiv, hätten viel offensiver den Weg in den Schusskreis suchen müssen", kritisierte der Bundestrainer. Torfrau Yvonne Frank musste erstmals bei der dritten spanischen Strafecke in der 35. Minute ernsthaft eingreifen, die Kölnerin wehrte den Schuss jedoch problemlos ab. Auch im zweiten Durchgang dominierten die deutschen Spielerinnen weitgehend die Partie, es fehlte jedoch an Durchschlagskraft im Angriff. So konnte Stöckel eine weitere Gelegenheit nicht nutzen, und auch die zweite Strafecke in der 51. Minute blieb erfolglos. Die wenigen spanischen Konter wurden von der aufmerksamen Deckung problemlos abgefangen.

Mit einer Strafeckenvariante 13 Minuten vor dem Ende waren die Gastgeberinnen dann aber doch noch erfolgreich. Deutschland berannte zwar in der Schlussphase verzweifelt das spanische Tor, verzettelte sich dabei aber auch immer wieder in Einzelaktionen. Als Rinne dann auch noch mit der dritten Ecke fünf Minuten vor Schluss scheiterte, war die Partie praktisch gelaufen.

© SID

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