Hockey WM
DHB-Damen verpassen auch Rang sieben

Die deutschen Hockey-Damen haben bei der WM in Madrid das Spiel um Platz sieben mit 1:2 gegen England verloren. Damit verbuchte die DHB-Auswahl ihr schlechtestes Ergebnis bei einem Weltturnier.

Nur zwei Jahre nach dem sensationellen Olympiasieg von Athen sind die deutschen Hockeydamen an einem Tiefpunkt angekommen. Durch die 1:2 (0:2)-Niederlage im abschließenden Platzierungsspiel der elften Weltmeisterschaft in Madrid gegen England belegte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) nur Platz acht.

Schlechter hat noch kein deutsches Frauenteam bei WM-Turnieren und Olympischen Spielen abgeschnitten. Nur bei der WM 1990 in Sydney waren die Weltmeister von 1976 und 1981 ebenso erfolglos.

Weise rettet sich in Ironie

"Charakterlich kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte der über den Turnierverlauf tief frustrierte Bundestrainer Markus Weise: "Sie hat in der zweiten Halbzeit viel für einen Torerfolg getan und überraschenderweise sogar mit einer Strafecke getroffen."

Da war die bittere Ironie nicht zu überhören, bereits nach dem verlorenen Spiel am Freitag gegen die Nobodies aus den USA hatte der Mannheimer Klartext gesprochen: "Ich bin so frustriert wie nie. Ich habe den Eindruck, dass wir wieder am Nullpunkt angekommen sind".

Chloe Rogers (15.) und Rachel Walker (35.) erzielten die Treffer gegen eine zwischenzeitlich unaufmerksame deutsche Hintermannschaft. Maike Stöckel (43.) konnte nach einer Strafecke lediglich den Anschlusstreffer für die erneut vor allem in der Offensive enttäuschende Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise erzielen.

Rinne vergibt Siebenmeter

Die größte Chance zum Ausgleich vergab Fanny Rinne in der 51. Minute, als sie mit einem schwach geschossenen Siebenmeter an Torfrau Katy Roberts scheiterte. Typisch für die Verfassung von Rinne, die in der spanischen Hauptstadt nie ihre Normalform erreichte und bei zahlreichen Strafecken erfolglos blieb.

Auch weitere Leistungsträgerinnen wie Silke Müller, Anke Kühn und Natascha Keller konnten in Madrid ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen. Gerade von den etablierten Stars war Weise besonders enttäuscht: "Einige von denen, die mit in Athen waren, haben in der Vorbereitung nicht genug gemacht."

Weise denkt an radikale Verjüngung des Teams

Er will jetzt die Konkurrenzsituation beleben: "Vielleicht müssen wir in Zukunft stärker auf Willen und Charakter der Spielerinnen schauen als nur auf das technische Können." Schließlich beginnt bereits bei der Champions Trophy im Januar in Südafrika die Vorbereitung auf Olympia in Peking. Erster Höhepunkt ist die EM im kommenden August in Manchester, wo nur die ersten beiden Teams das Ticket nach China direkt lösen können.

"Wir müssen eine Grundsatzentscheidung treffen und möglicherweise drastisch verjüngen", kündigte Weise an. Dass er selbst noch diese Entscheidung treffen wird, ist unwahrscheinlich, er bleibt trotz der WM-Enttäuschung der Favorit auf die Nachfolge des zum Deutschen Fußball-Bund abgewanderten Bernhard Peters, der die deutschen Männer bei der WM in Mönchengladbach zum Titel geführt hatte. "Unsere Entscheidung hängt überhaupt nicht vom Abschneiden in Madrid ab", unterstrich der DHB-Vizepräsident Hans Baumgartner.

© SID

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