Hockey WM
DHB-Herren übernehmen die Tabellenspitze

Titelverteidiger Deutschland bleibt bei der Hockey-Weltmeisterschaft weiter ungeschlagen. Die DHB-Herren setzten sich in Mönchengladbach 2:1 gegen England durch und übernahmen damit in der Gruppe B die Tabellenführung.

Das Halbfinale ist bei der 11. Hockey-WM in Mönchengladbach für Titelverteidiger Deutschland in greifbare Nähe gerückt. Die Auswahl von Bundestrainer Bernhard Peters bezwang am Sonntag vor 12 000 Zuschauern im ausverkauften Hockeypark in ihrem dritten Vorrundenspiel England mit 2:1 (1:1). Christopher Zeller mit einer Strafecke (24.) und einem Siebenmeter (43.) schoss die Tore für das deutsche Team und hat im Turnier nun bereits fünf Treffer erzielt. Simon Mantell (34.) war mit einem Siebenmeter für die Briten erfolgreich.

"Die Erleichterung ist sehr groß. Es war ein ganz enges Spiel, gegen England kann man auch verlieren", sagte Zeller, der scheinbar trifft, wie er will: "Ich spüre gar keinen Druck", meinte der 21-Jährige. Auch Peters war die große Freude anzusehen, mit der "Säge" feierte er den Abpfiff. "Wir haben sehr gut gespielt, in der zweiten Halbzeit mehr Druck aufgebaut und völlig verdient gewonnen", erklärte der 46-Jährige, der auch seinen Matchwinner hervorhob: "Ein Spieler wie Zeller ist ein Geschenk Gottes, er ist ein Siegertyp mit unheimlicher mentaler Stärke."

Nach dem dem hart erkämpften 2:2 gegen die Niederlande am Samstag belegt Deutschland mit sieben Zählern vor dem punktgleichen Südkorea in Gruppe B den ersten Platz und hielt die Engländer (3) und die Niederlande (4) vor den abschließenden Gruppenspielen auf Distanz. Am Mittwoch (16.20 Uhr) könnte es gegen die Asiaten zum entscheidenden Spiel kommen, zuvor steht am Dienstag (18.00 Uhr) noch die Aufgabe Südafrika an, die den Südkoreanern ein 2:2 (0:1) abrangen.

Crone körnt sich zum Rekord-Nationalspieler

Verteidiger Philipp Crone bestritt gegen England sein 335. Länderspiel und ist damit neuer Rekordnationalspieler des Deutschen Hockey-Bundes (DHB). "Er ist ein herausragender Halt für die Mannschaft, absolut fantastisch. Was er abgegriffen hat, reicht für drei oder vier Spiele", lobte Peters seinen Abwehrchef.

Am Samstag hatten Zeller (48.) und Moritz Fürste (54.) mit einem Traumtor die 2:0-Führung von "Oranje" noch ausgeglichen und Deutschland damit eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen. "Das hätte uns aber nichts geholfen, wenn wir am Sonntag verloren hätten", meinte der Bundestrainer, der vor den Briten gewarnt hatte. "Sie haben sich sehr verbessert, sind sehr gefährlich", sagte der Krefelder, "für uns war diese Partie das Schlüsselspiel".

Seine Mannschaft begann bei strahlendem Sommerwetter die Begegnung dementsprechend sehr entschlossen und bestimmte in den ersten zehn Minuten das Geschehen. Klare Torgelegenheiten gab es aber nicht. Bereits bei zwei Testspielen im Juli gab es gegen die Briten nur zwei Unentschieden, und auch im Hockey-Park waren die Engländer der erwartet starke Gegner. Sie übernahmen nach zehn Minuten das Kommando und hatten in der 13. Minute Pech, als Alistar Wilson nur den Pfosten traf.

Zeller verwandelt nervenstark

Dennoch ging Deutschland in Führung, als Oliver Hentschel durch ein sehenswertes Solo über die rechte Seite die erste Strafecke herausholte, die Zeller unhaltbar unten links verwandelte. Eine Minute vor der Pause aber setzte sich Matt Daly über die linke deutsche Abwehrseite durch und wurde schließlich von Torwart Ulrich Bubolz zu Fall gebracht. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Mantell sicher.

"Ich bin auch in der Halbzeit ganz ruhig geblieben", sagte Peters. Der Bundestrainer schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Sein Team übernahm nach Wiederanpfiff das Kommando und ging bereits in der 43. Minute wieder in Führung. Vor dem Siebenmeter hatte Scott Cordon einen Torschuss von Timo Weß mit dem Körper geblockt.

Ernsthaft in Gefahr aber geriet die Mannschaft trotz einiger vergebener Chancen nicht mehr, obwohl England nie aufgab. Am Ende spielte sie clever die Zeit runter und begann schon vor dem Schlusspfiff mit dem Jubel. "Ich bin mit der Steigerung der Jungs sehr zufrieden, sie haben noch besser als gegen die Niederlande gespielt", lobte Peters nach dem gelungenen Wochenende, "jetzt haben wir einen Tag zur Erholung und den brauchen wir auch."

© SID

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