Hockey WM
Perfekter Peters-Abschied vom Hockey

Einen besseren Abschied hätte sich der scheidende Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters nicht wünschen können. Mit dem WM-Titel im Gepäck wechselt der 46-Jährige nun die Sportart. Der DHB will derweil die Euphorie nutzen.

Ein "Happy End" wie aus dem Bilderbuch erlebte Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters am Sonntag in Mönchengladbach: Mit dem zweiten WM-Titel beschenkte ihn die Nationalmannschaft zu seinem Abschied vom Hockey, drehte dabei einen 1:3-Rückstand gegen Olympiasieger Australien in der Schlussviertelstunde noch herum. Von Wehmut wollte der zum Fußball wechselnde DHB-Coach da nichts wissen: "Da habe ich heute keine Lust drauf. Heute will ich mich nur freuen, ich bin einfach nur sehr stolz."

Mit "Bernie-Bernie"-Sprechchören hatten die 12 000 Fans im Hockey-Park in Mönchengladbach den erfolgreichsten Coach einer olympischen Ballsportmannschaft in der deutschen Sportgeschichte schon vor dem mitreißenden Finale gegen Olympiasieger Australien gefeiert. Nach dem 4:3 (1:2)-Erfolg aber kannte der Jubel um den Macher und sein Team keine Grenzen mehr. Spät am Abend wurden sie noch einmal alle auf die Bühne vor dem VIP-Zelt gerufen und einzeln vorgestellt, die 18 Spieler, alle Betreuer und natürlich "Bernie, Bernie".

Doch auch für den Deutschen Hockey-Bund an sich war der Sonntag das I-Tüpfelchen auf einer rundum gelungenen, zwölftägigen Veranstaltung: Mehr als 100 000 Zuschauer strömten in den Hockey-Park, davon laut OK-Chef Joachim Hürter etwa 30 Prozent Hockey-Fremde. Der Zwei-Millionen-Etat wurde dadurch gedeckt, außerdem war die TV-Berichterstattung so umfangreich wie nie abseits Olympischer Spiele.

"Wollen WM-Erfolg auf die Klubs übertragen"

Entsprechend will man beim Verband nun den WM-Rausch in die in zwei Wochen beginnende Bundesliga mitnehmen, die Euphorie und Begeisterung um die bisherige Randsportart Hockey (eher 120 als 12 000 Zuschauer) ausnutzen. "Wir wollen den WM-Erfolg in die Klubs übertragen", kündigte DHB-Präsident Stephan Abel an.

Zuvor aber muss er noch die Trainerfrage lösen. Damen-Coach Markus Weise wird wohl nach der WM in Madrid (27. September bis 8. Oktober) die Herren übernehmen, doch Peters hat ganz wesentlich die Ausbildungsstrukturen im Verband bestimmt. Dieses Niveau ohne ihn zu halten dürfte nicht leicht werden.

Leider nicht mehr als Bundesliga-Zugpferde genutzt werden können die Gebrüder Zeller. Der neue deutsche Top-Star Christopher wechselt wie sein Bruder Philipp in die Niederlande, wo für Spitzenspieler bis zu 50 000 Euro gezahlt werden.

Peters, der auch von seinem neuen Arbeitgeber TSG Hoffenheim herzlich beglückwünscht wurde, wird sich in den nächsten Tagen mit einer Privat-Party von seinen engsten Mitarbeitern verabschieden, die Ehefrau Britta organisiert. Alle werden sie kommen - und dann ist auch Wehmut erlaubt.

© SID

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