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Hoeneß: Klinsmann „muss nach Deutschland ziehen“

Uli Hoeneß hat seine Kritik an Jürgen Klinsmann erneuert und den Fußball-Bundestrainer zu einem Umzug von Amerika nach Deutschland aufgefordert.

dpa MüNCHEN. Uli Hoeneß hat seine Kritik an Jürgen Klinsmann erneuert und den Fußball-Bundestrainer zu einem Umzug von Amerika nach Deutschland aufgefordert.

"Ich war völlig seiner Meinung, dass er in den ersten Monaten seiner Amtszeit in Kalifornien bleiben kann. Aber jetzt muss er nach Deutschland. Am besten im Herbst, spätestens aber zum 1. Januar 2006", sagte der Manager des FC Bayern München in einem Interview der "Bild"-Zeitung. Dem widersprach jedoch Franz Beckenbauer: "Die WM wird nicht nach dem Wohnsitz entschieden, sondern nach der Klasse der Spieler und der Mannschaft", sagte der Bayern-Präsident in München.

Der Wohnsitz des 40-Jährigen in Deutschland sei wichtig, da sich sonst durch die große Distanz kleinste Probleme "schnell zum Flächenbrand ausweiten können", sagte Hoeneß. Klinsmann hatte bereits auf die ersten Vorwürfe von Hoeneß reagiert und in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Aussagen des Bayern-Managers als "nicht durchdacht" bezeichnet. Gleichzeitig beteuerte er jedoch, mit Hoeneß konstruktive Gespräche auf einer "Basis von gegenseitiger Wertschätzung" zu führen.

Hoeneß bescheinigte dem Bundestrainer gute Arbeit, monierte jedoch, dass sich Klinsmann die letzten Spiele in der Bundesliga des FC Bayern nicht live angeschaut habe. "Und wenn Bayern um die Meisterschaft spielt, muss der Bundestrainer im Stadion sitzen. Und sich nicht das Spiel zeitversetzt in Kalifornien auf Espn anschauen. Das kann es nicht sein", sagte Hoeneß. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Rudi Völler im Jahr 2003 hatte Klinsmann dem FC Bayern auch nicht die Meisterschale überreicht.

Nach Auffassung von Hoeneß unterschätzt Klinsmann derzeit das Problem des Pendelns zwischen den Kontinenten. "Das Gefühl habe ich, weil alles am Anfang so entspannt, so relaxt lief", sagte Hoeneß. In Personalfragen müsse Klinsmann zudem aufpassen, dass er sich nicht zu viele Feinde mache. Zuletzt hatte er in Erich Rutemöller einen weiteren langjährigen DFB-Betreuer aussortiert.

Hoeneß will seine Äußerungen aber nicht als Kritik, sondern als Hilfestellung verstanden wissen. "Aus unserer Erfahrung, und davon haben wir beim FC Bayern ein bisschen mehr als Jürgen, wollen wir ihm einen guten Rat geben. Und der ist gut gemeint. Denn noch ist das Kind ja nicht in den Brunnen gefallen, sondern gesund", sagte Hoeneß.

Knapp vier Wochen vor Beginn des Confederations Cup in Deutschland erholt sich der Bundestrainer von einer Knieoperation in den USA. Dann wird er nach Europa reisen und sich das Finale der Champions League zwischen dem AC Mailand und dem FC Liverpool in Istanbul sowie das DFB-Pokalfinale des FC Bayern gegen Schalke 04 in Berlin anschauen. Am 30. Mai beginnt in München die Vorbereitung der DFB-Elf auf die Mini-WM vom 15. - 29. Juni.

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