Hoffnungsträger Goc und Ehrhoff
Zollprobleme für Marcel Goc

Als DEB-Crack Marcel Goc diese Woche aus den USA einreiste, bekam er doch tatsächlich Ärger mit den deutschen Behörden. Sie wollten ihn einfach nicht weiterfliegen lassen.

HB WIEN. Auf die Zollbeamten am Stuttgarter Flughafen dürfte Eishockey-Nationalspieler Marcel Goc nicht so gut zu sprechen sein. Wegen fünf nagelneuer Eishockey-Schläger, die Goc aus Amerika einführen wollte, hielten ihn die Zöllner auf. Sie bestanden darauf, dass er diese ordnungsgemäß verzolle und sagten, dass sie von einem Eishockey-Nationalspieler Marcel Goc noch nichts gehört hätten.

Und so saß Deutschlands größtes Puck-Talent plötzlich auf dem Stuttgarter Flughafen fest. Erst als ein Fax des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bestätigte, dass der 21-Jährige - und natürlich auch sein Arbeitsgerät - für die WM dringend benötigt würden, durfte Goc mit zollfreien Schlägern einreisen.

"Ich habe Franz Reindl angerufen, der hat mit dem Zoll verhandelt und ein Fax geschickt. Nach einer Stunde durfte ich dann durch", erinnert sich der Übersee-Profi, der mit der DEB-Auswahl am Donnerstagabend in Wien gegen die Schweiz um den Einzug in die Zwischenrunde spielte, an die Episode bei seiner Rückkehr aus den USA zur WM-Vorbereitung. "Jeden Fußballer hätten sie gekannt", sagt Co-Trainer Ernst Höfner, "aber einen der wichtigsten Eishockey-Nationalspieler kennen sie nicht."

Vielleicht liegt es daran, dass Goc jahrelang ein Spieler ohne Gesicht war. Der einst jüngste Profi der Deutschen Eishockey-Liga spielte schon mit 17 in der Nationalmannschaft - mit einem "Kinderhelm" mit Gitter, da er noch nicht volljährig war. "Damals hat man mich schon gehänselt", meint er.

Oder es liegt daran, dass er weit weg in der Anonymität der amerikanischen Minor Leagues an seiner Karriere bastelt. Vor vier Jahren von den San Jose Sharks als Nummer 20 beim NHL-Draft gezogen, so hoch wie nie ein Deutscher zuvor, wagte er 2003 den Sprung über den Großen Teich. Beim Farmteam Cleveland Barons in der AHL beeindruckte er die Talentspäher von San Jose so sehr, dass sie ihn in den Playoffs plötzlich nach Kalifornien holten.

Bei den Sharks steuerte Goc gleich eine Vorlage zum Siegtor in Runde eins bei und schoss wenig später die Stars von Colorado Avalanche mit seinem bisher einzigen NHL-Tor in den Sommerurlaub. Der Ex-Schwenninger, der 1999 mit 16 Jahren und 17 Tagen sein DEL-Debüt gegeben hatte, wähnte sich am Ziel seiner Träume. Doch dann sagte die NHL wegen des Arbeitskampfes die komplette Saison ab, und Goc musste zurück ins Farmteam nach Cleveland.

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