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Hordorff will DTB-Präsident werden

Dirk Hordorff wird in einer Kampfabstimmung um die Präsidentschaft beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) gegen Amtsinhaber Georg von Waldenfels antreten. Das gab der Trainer von Rainer Schüttler am Mittwoch bekannt.

Zum ersten Mal in der 103-jährigen Geschichte des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) wird es am 12. November in Bremen zu einer Kampfabstimmung um die Präsidentschaft kommen. Amtsinhaber Georg von Waldenfels wird von Dirk Hordorff herausgefordert.

Der 49-jährige Hordorff, Unternehmensberater, Immobilienmakler und seit 1992 Coach und Manager von Daviscupspieler Rainer Schüttler, gab am Mittwoch seine Kandidatur um das Präsidentenamt bekannt. Wahlberechtigt sind in Bremen die 18 Landesverbände, die jeweils entsprechend ihrer Größe ein Stimmenpaket erhalten.

"Chancen leichtfertig vertan"

"Nach Jahren der Stagnation und des Rückschritts muss das Produkt Tennis in Deutschland endlich wieder zu einem Markenartikel von allerhöchster Qualität werden", erklärte Hordorff, der dem aktuellen Präsidium vorwirft, Chancen zur besseren Vermarktung in den vergangenen Jahren "nicht erkannt oder teilweise geradezu leichtfertig vertan" zu haben.

Amtsinhaber Georg von Waldenfels, seit Dezember 1999 an der Spitze des nach wie vor mitgliederstärksten Tennisverbandes der Welt, nahm die Kandidatur Hordorffs mit einigem Erstaunen zur Kenntnis. "Es überrascht mich, weil sich die 18 Landesverbände im Juni eigentlich für das bisherige Präsidium ausgesprochen haben", erklärte von Waldenfels, der den Verband unter seiner Führung "wirtschaftlich stabil und sportlich obenauf" sieht.

Waldenfels würde gerne weitermachen

Er selbst sieht sich "beim Bundesausschuss im Wort", dem er zugesagt habe, "für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen". Antreten will Waldenfels mit der gleichen Mannschaft wie bisher, nur die Position des Sportwarts wird neu vergeben: "Rolf Schmid hat seinen Rücktritt angekündigt, weil er sich mehr auf Landesebene engagieren will."

Hordorff hatte sich zur Kandidatur entschlossen, nachdem er "von mehreren Landesverbänden" darauf angesprochen worden war, "ob ich nicht im Sinne der gemeinsamen Sache Tennis dazu bereit wäre". Der 49-Jährige will auch das Argument nicht gelten lassen, das amtierende Präsidium habe die Entschuldung des Verbandes durch den Verkauf der Damen-Turniere in Hamburg und Berlin entscheidend vorangetrieben. "Da wurde zunächst mal fast das komplette Tafelsilber des Verbandes verkauft", erklärte Hordorff: "Die Erlöse sind dann außerdem nicht investiert sondern konsumiert worden."

Vor allem das Bild, das der Deutsche Tennis Bund derzeit in der Öffentlichkeit abgibt, bereitet Hordorff allergrößte Sorgen. "Der daurch entstehende Schaden ist immens, vor allem kleinere Verbände und Vereine sind die Leid tragenden, weil sie durch eine absolut stagnierende Entwicklung wirtschaftlich und damit auch sportlich allmählich ausgehungert werden. Die Mitgliederzahlen in den Vereinen sind seit Jahren rückläufig", erklärte der erfolgreiche Unternehmer mit Sitz in Bad Homburg.

Hordorff griff Becker an

Hordorff begann parallel zur täglichen Arbeit auf dem Platz seine Funktionärs-Laufbahn 1973 als Kreisjugendwart des hessischen Verbandes. In Hessen war der engagierte Vordenker in den folgenden Jahren Schatzmeister, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Leistungssport, Sportwart und Vizepräsident. Von Februar 1999 bis Dezember 1999 amtierte er unter Präsident Karl Weber als Sportwart des Deutschen Tennis Bundes und scheute in dieser Zeit auch nicht die öffentliche Auseinandersetzung mit dem damals fast unantastbaren Teamchef Boris Becker ("Was macht eigentlich der Teamchef?").

Sein Kompetenzteam hat Dirk Hordorff zwar beisammen, er will aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Namen nennen. "Hier geht es nicht um Posten und Namen, hier geht es um Inhalte", sagte er dem sid: "Ich werde zum gegebenen Zeitpunkt meine Mannschaft präsentieren, in der aus jedem Fachbereich die besten Kräfte gebündelt sind." Das deutsche Tennis sei nicht tot, es brauche einfach mal wieder eine Frischzellenkur und werde stattdessen seit Jahren künstlich beatmet: "Um das zu ändern, trete ich zur Wahl an."

© SID

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