Im Interview: Wladimir Klitschko
„Noch nie habe ich Boxen so geliebt“

Am Samstag fordert Lamon Brewster seinen Gegner Wladimir Klitschko in Köln zum Titelkampf. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Klitschko über seine Strategie für den Kampf und über seinen Traum, gleichzeitig mit seinem Bruder Weltmeister im Schwergewicht zu sein.

Handelsblatt: Herr Klitschko, sind Sie gut vorbereitet auf den WM-Schwergewichtskampf am Samstag?

Wladimir Klitschko: Mein Trainingscamp beim „Stanglwirt“ in Tirol verlief ohne Probleme. Als ich dort angekommen bin, vor etwa sechs Wochen, fing es allerdings an zu schneien, was mich doch überrascht hat. Danach waren aber Wetter und Bedingungen ideal. Ich konnte mich optimal auf den Kampf vorbereiten und bin bereit.

War Lamon Brewster Ihr Wunschgegner?

Ja, definitiv. Ich halte ihn aktuell im Schwergewicht für den stärksten möglichen Gegner. Ich will attraktive und leistungsstarke Gegner. Genau wie die Fans. Brewster ist auch in Deutschland ein Superstar im Schwergewicht, der attraktives Boxen bietet.

Bekannt ist er, weil er Sie vor drei Jahren K.o. geschlagen hat.

Genau, er hat mich geschlagen. Auch darum wollen die Fans den Kampf. Und ich auch.

Was ist Brewster für ein Boxer?

Er ist sehr schlagstark. 33 Siege, davon 29 vorzeitig, sprechen für sich. Er ist ein Kämpfer mit einem riesigen Herz, der nie aufgibt.

Mit welcher Strategie gehen Sie in den Ring?

Lassen Sie sich überraschen, über meine Taktik spreche ich nie vor einem Kampf.

Geht man anders in ein Gefecht mit einem Gegner, gegen den man schwer durch K.o. verloren hat?

Ich gehe in diesen Kampf nicht anders als in die letzten Kämpfe. Unabhängig vom Ausgang unseres ersten Treffens weiß ich, was Brewster kann. Ich werde ihn nicht unterschätzen. Aber ich weiß auch, was ich kann. Was bei mir anders war als früher, war die innere Haltung, mit der ich in die Vorbereitung hinein gegangen bin.

Inwiefern anders?

Ich habe mich schon Wochen vor Beginn der Vorbereitung darauf gefreut. Ich bin in der Prime-Time meines Sports. Ich liebe diesen Sport auf einmal. So etwas habe ich noch nie gehabt in der Form. Mit 14 habe ich mit dem Boxen angefangen. Noch nie habe ich so eine Liebe zu dem Sport empfunden und zu all dem, was ich dafür mache. Das Training war keine Quälerei, wie manche denken, ich habe daran großen Spaß gehabt. Ich habe das bei aller Ernsthaftigkeit und Anstrengung wirklich genossen.

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