In Turin nicht dabei
Hartleb ebenfalls unter Stasi-Verdacht

Trainingswissenschaftler Hans Hartleb steht als dritter Betreuer unter dem Verdacht, in der DDR als inofizieller Mitarbeiter für die Stasi gearbeitet zu haben und wird deswegen nicht mit nach Turin reisen.

Der Trainingswissenschaftler Hans Hartleb ist offenbar der dritte Betreuer, der wegen Stasi-Verwicklungen nicht mit zu den Olympischen Winterspielen nach Turin reisen darf. Dies bestätigte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), Thomas Pfüller dem Sport-Informations-Dienst (sid). Allerdings habe der vor allem bei der Biathlon-Nationalmannschaft beschäftigte Mitarbeiter des Olympistützpunkts Oberhof schon vor geraumer Zeit freiwillig seinen Verzicht erklärt. Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass die Trainer Ingo Steuer (Eiskunstlauf) und Henry Glaß (Skispringen) nach einer Überprüfung der Birthler-Kommision aus dem Olympia-Aufgebot gestrichen wurden.

Zum Hintergrund des dritten Falles sagte Pfüller: "Wir hatten die Nominierung von Hans Hartleb zwar vorbereitet, aber dann haben wir uns mit ihm geeinigt und er hat von sich aus zurückgezogen. Da lief das Prüfverfahren aber offensichtlich schon." Hartleb hatte über 15 Jahre unter dem Decknamen "IM Falun" als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit gearbeitet.

Fall "Henry Glas" wird erst nach Olympia aufgearbeitet

Über mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen des Falls Henry Glaß wird der DSV erst nach den Olympischen Spielen entscheiden. Der Co-Trainer von Chefcoach Peter Rohwein ist an diesem Wochenende auch mit beim Weltcup in Zakopane. "Vor Olympia wird nichts unternommen, ich kenne keine Aktenlage. Da werden wir im Präsidium nach den Winterspielen reden, falls wir mehr wissen", sagte Pfüller. Im Fall Hartleb liegt die arbeitsrechtliche Verantwortung nicht beim DSV, weil er nicht beim Verband angestellt ist.

Der Fall von Henry Glaß, der nach einer Anhörung in Berlin freiwillig verzichtet hatte, sorgt bei den Skispringern unterdessen für Riesenprobleme. "Ich diskutiere nicht über die Entscheidung, aber das ist ein herber Schlag für uns. Bundestrainer Peter Rohwein weiß nicht, wie er das Training bei Olympia absichern soll", meinte Pfüller. Glaß war für unter anderem für die Videoauswertung und technische Betreuung (Bindung etc.) zuständig. Der DSV will voraussichtlich einen Ersatzmann für Glaß nachmelden.

© SID

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