Interesse an bürokratischem Termin groß wie nie
Von rechten Taschen und linken Taschen

Die DFL rühmt sich ihres Lizenzierungsverfahrens. Wirtschaftsprüfer meinen dagegen: Der Teufel steckt im Detail - und in der Auslegung der Regeln.

HB DÜSSELDORF. Hoffentlich ist kein Stau heute Mittag, rund um Frankfurt am Main. Nicht auf der A66, die Hessen mit Hannover und Braunschweig verbindet. Oder der A3, die nach Norden den Weg nach Gelsenkirchen ebnet, und gen Süden, wo eine schnell fahrende Limousine ihren gehetzten Lenker aus München, Unterhaching oder Nürnberg heran tragen könnte. Die A45 ist nicht mehr so kritisch - der Kurier aus Dortmund kam gestern schon.

Alle aber brauchen freie Fahrt auf dem A3-Teilstück mit der Ausfahrt Frankfurt-Süd. Sonst müssten sie oben rum, durch Sachsenhausen oder Niederrad irren, Richtung Stadtwald und der in ihn geschlagenen Otto-Fleck-Schneise.

Denn um 13.59 Uhr und 59 Sekunden müssen sie spätestens im Haus mit der Nummer 6 eingereicht werden, die Lizenzunterlagen der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga für die kommende Saison.

Und mancher kommt schon mal auf den letzten Drücker. Per Auto. Und übergibt die Unterlagen persönlich an einen Mann, dessen Name Programm zu sein scheint: Werner Möglich, bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) der "Pate der Lizenzerteilung", wie ihn einer bezeichnet, der das Verfahren gut kennt.

Natürlich könnte man die Unterlagen auch faxen. Aber das ist nicht ungefährlich. Wie 2001, als der SV Wilhelmshaven keine Lizenz bekam für die Regionalliga. Zwar hatte er die Faxsendung vor der Frist begonnen, damals lag sie um Mitternacht, aber erst zehn Minuten nach deren Ablauf war die letzte Seite in Frankfurt - zu spät.

Dann doch lieber ins Auto und quer durch die Republik.

Nie zuvor war das Interesse des gemeinen Fußballfans an diesem eigentlich bürokratischen Termin so groß wie diesmal: "Dortmund? Die dürfen keine Lizenz kriegen." "Schalke geht?s doch auch nicht besser!" "Und Frankfurt muss wieder in die Bundesliga, schließlich hat Dortmund letztes Jahr geschummelt" - so verläuft die Diskussionsfront auf den Stehplätzen.

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