Interview
„Es kann Teichmanns WM werden“

Skilanglauf-Traimner Jochen Behle über seine Erwartungen an die Nordische Ski-WM in Sapporo, seine Kritik an Evi Sachenbacher-Stehle, seinen eigenen Stil und warum er nicht glaubt, mit seinen heftigen Angriffen gegen die Fis-Beauftragten dem Kampf gegen Doping im Langlaufsport geschadet zu haben.

Herr Behle, mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Weltmeisterschaft?

Mein Ziel ist es, die Athleten in möglichst guter Form an den Start zu bringen. Der Rest wird sich zeigen.

Geht es wenig ein konkreter, sprich mit wie vielen Medaillen wollen Sie nach Deutschland zurückkehren?

Mit zwei bis fünf Medaillen. Zwei wären in Ordnung, fünf wären super.

Die deutschen Langläufer dominieren seit einigen Jahren die Weltcup-Szene. Doch bei Großereignissen wie Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften ist die Bilanz vergleichsweise bescheiden. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Um bei einer WM oder bei den Olympischen Spielen ganz vorne zu sein, braucht man auch ein bisschen Glück. Und das hatten wir in der Vergangenheit nicht immer. Nehmen wir die Weltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf. Da führte Axel Teichmann die Weltcup-Wertung an, wurde dann aber krank. Und Claudia Künzel, die bei den Frauen vorne dabei war, erwischte es ausgerechnet auch bei der Weltmeisterschaft. Wenn zwei absolute Leistungsträger geschwächt sind, wird es natürlich schwierig die hohen Erwartungen zu erfüllen.

Das deutsche Langlauf-Wunder begann mit den Erfolgen bei den Frauen. Inzwischen sind die Männer die Erfolgsgaranten. Wie kam es dazu?

Ich habe schon zu einer Zeit, als die Frauen noch erfolgreicher waren, gesagt, dass das Männerteam stabiler ist. Und das hat sich bewahrheitet. Was die Chancen hier in Sapporo angeht, ist bei den Frauen vielleicht ein Podestplatz im Sprint und in der Staffel möglich. Bei den Männern sieht das ganz anders aus. Da haben wir mit Tobias Angerer, Axel Teichmann, Jens Filbrich, Franz Göring und René Sommerfeldt ganz andere Möglichkeiten.

Tobias Angerer ist Weltcup-Führender sowie Tour de Ski-Sieger und geht als klarer Favorit in die WM-Rennen. Wie groß ist der Druck, der auf seinen Schultern lastet?

Tobias Angerer war auch vor dem Start der Tour de Ski Favorit. Und er ist mit dieser Rolle prima zurechtgekommen. Man kann das mit dem Sieg bei der Tour de Ski im Hinblick auf die WM positiv sehen. Tobi hat damit schon etwas im Rücken und kann daher hier in Sapporo unbeschwerter an den Start gehen.

Welche Chancen geben Sie Axel Teichmann?

Nach seiner Wettkampfpause wegen der Erkältung bei der Tour de Ski hat sich Axel wieder eindrucksvoll in die Weltspitze zurückgemeldet. Sein Sieg in Otepää war nach all den Rückschlägen, die er in den vergangenen zwei Jahren hat wegstecken müssen, vor allem in psychologischer Hinsicht ein sehr wichtiges Signal. Er weiß jetzt, dass es wieder für ganz vorne reichen kann. Das wichtigste ist, dass er gesund bleibt. Dann kann es seine WM sein. Für ihn spricht, dass er weniger Rennen als die anderen in den Knochen hat und vielleicht auch im Kopf frischer ist.

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