Interview
„Ich weiß nicht genau, wo wir stehen“

Die Europameisterschaft ist ihr letztes Turnier als Nationaltrainerin. Tina Theune-Meyer über Erfolge und Probleme des Frauen-Fußballs.

Frau Theune-Meyer, heute startet für die deutschen Frauen die Europameisterschaft in England. Für Sie ist es ihr letztes Turnier. Treten Sie als Titelverteidigerin ab?

Natürlich.

Sind Sie sicher?

Natürlich nicht. Zum einen weiß ich nicht genau, wo wir stehen, weil wir uns nicht kontinuierlich vorbereiten konnten. Zum anderen ist Fußball ja nicht berechenbar. Es ist keine Sportart, bei der man das Ergebnis vorhersagen kann. Da können auch Underdogs gewinnen.

Sie haben wenige junge Spielerinnen nominiert. Hat der deutsche Frauenfußball ein Nachwuchsproblem?

Nein, wir haben ganz viele tolle Talente in Deutschland. Das sieht man ja auch an den Ergebnissen. Silvia Neid ist mit ihren U-19 Frauen mehrfach Europameister geworden und 2004 auch Weltmeister.

Warum setzen Sie dann fast nur auf die erfahrenen Spielerinnen?

Wir nominieren bei Wettbewerben immer die Spielerinnen, die unserer Meinung nach die beste Form haben. Klar, man hätte auch sagen können: Wir bauen schon mal junge Spielerinnen für die WM auf. Aber alle Spielerinnen, die hier bei der EM spielen, wollen bei der nächsten WM auch noch dabei sein.

Wer ist neben Deutschland die stärkste Mannschaft in England?

Das ist immer der nächste Gegner.

Der heißt Norwegen. Was erwarten Sie von dem Team?

Wir haben zwar im März 4:0 gegen die Norwegerinnen gewonnen, aber das heißt nichts. Durch ihre lange Winterpause hatten sie damals so gut wie keine Spielpraxis. Zuletzt haben die Norwegerinnen Kanada 3:0 geschlagen. Ich glaube, die sind auf den Punkt topfit und eine sehr starke Mannschaft.

Nervt es Sie, dass die Halbfinals und Finals der Europameisterschaft im Schatten des Confederations Cup der Männer stehen?

Das weiß man doch noch gar nicht. Wir sind den Confed-Cup-Spielen im Zeitplan etwas voraus. Und wenn wir wirklich erfolgreich sind, dann sind unsere Spiele auch angesagt. Das liegt an uns selbst.

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